Das Neue Stadtmuseum in Landsberg am Lech ist auf der Suche nach Erinnerungen und interessanten Objekten mit Bezug zu Landsberg am Lech aus den Jahren 1933-45. Seit November können Landsberger oder Bürger aus dem Landkreis ins Museum kommen und ihre Gegenstände aus der NS-Zeit oder der Nachkriegszeit mitbringen.

Foto: Stadt Landsberg

Welche Gegenstände haben nun die Landsberger bislang ins Museum gebracht? „Das sind ganz unterschiedliche Dinge, wie Feldpostbriefe, Abzeichen, einen Zuckersack des Verpflegungsamtes oder eine Mütze der Deutschen Arbeiterfront“, berichtet Museumsleiterin Sonia Fischer, „am häufigsten erhalten wir jedoch Fotos und Dokumente aus der NS-Zeit“. Manch ein Besucher kommt mit mehreren Alben, die Fotos aus der Wehrzeit eines Angehörigen enthalten oder einer Sammlung von Feldpostbriefen, Sterbebildern und Wehrpässen, die den Werdegang gefallener Soldaten dokumentieren. Die Familienangehörigen erzählen berührende Geschichten, die im Museum manchmal auch als Audio festgehalten werden.

So z.B. die Geschichte von Lothar Heidenhain, der als Feldunterarzt bei Kriegsende durch Landsberg am Lech kam, just am 27. April, dem Tag, als morgens die Lechbrücken gesprengt wurden, um die Amerikaner daran zu hindern, den Fluss von Westen zu passieren. Die Eindrücke von Landsberg am Lech hielt der 23jährige in einem Brief an Mutter und Schwester fest, in dem er schreibt: „Aus dem Westen und Süden der Stadt hörte man das Rollen der amerikanischen Panzer, vereinzelte Granaten pfiffen ab und zu über die Stadt hinweg. Wir waren kurz aus dem Wagen ausgestiegen und betrachteten den Marktplatz genauer. Überall hingen weiße Bettücher aus den Fenstern, ein eigenartiger Eindruck wenn man so etwas zum ersten male sieht.“