Erneut weniger Empfänger von Asylbewerberleistungen

Die Zahl der Empfänger von Asylbewerberleistungen in Deutschland ist 2019 im Vorjahresvergleich um sechs Prozent gesunken. Zum Jahresende waren es rund 385.000 Leistungsbezieher, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. 2018 waren es noch rund 411.000. Damit verringerte sich die Zahl der Leistungsbezieher nach dem Höchststand im Jahr 2015 mit 975.000 Personen zum vierten Mal in Folge.

erneut-weniger-empfaenger-von-asylbewerberleistungen Erneut weniger Empfänger von Asylbewerberleistungen Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen | Presse AugsburgFlüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur

63 Prozent der Regelleistungsempfänger waren im vergangenen Jahr männlich und 37 Prozent weiblich. Davon waren 32 Prozent minderjährig, 67 Prozent zwischen 18 und 64 Jahre alt und etwa ein Prozent bereits 65 Jahre und älter. Zum Jahresende 2019 stammten mit 204.000 Beziehern die meisten Regelleistungsempfänger (53 Prozent) aus Asien.

Davon kamen 51.000 aus Afghanistan, 45.000 aus dem Irak und 22.000 aus Syrien. 92.000 (20 Prozent) stammten aus Afrika und 77.000 (20 Prozent) aus Europa. Neben den Regelleistungen können nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auch besondere Leistungen in speziellen Bedarfssituationen gewährt werden, etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt. Zum Jahresende 2019 erhielten knapp 139.000 Personen besondere Leistungen.

Darunter waren knapp 2.200 Empfänger, die ausschließlich Anspruch auf besondere Leistungen hatten. Meist wurden sie aber parallel zu den Regelleistungen erbracht. Die staatlichen Ausgaben für Leistungen nach dem AsylbLG betrugen im Jahr 2019 knapp 4,4 Milliarden Euro brutto, so die Statistiker weiter. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Ausgaben um zehn Prozent.

78 Prozent der Kosten im Jahr 2019 wurden für Regelleistungen und 22 Prozent für besondere Leistungen erbracht. Den Bruttoausgaben standen Einnahmen wie Rückzahlungen gewährter Hilfen oder Leistungen von Sozialleistungsträgern in Höhe von etwa 129 Millionen Euro gegenüber. Die Nettoausgaben betrugen somit knapp 4,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um acht Prozent gegenüber 2017, so das Statistische Bundesamt.