Eine Reaktion von der Mannschaft hatte ESV-Trainer Christopher Lerchner nach der Freitagsniederlage zu Hause gegen Schongau von seinen Mannen gefordert und diese zeigten seine Schützlinge am Sonntag nun auch. Denn nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung holte man beim Tabellennachbarn ESC Geretsried beim 4:1 Erfolg (1:0, 2:1, 1:0) drei wichtige Punkte fürs eigene Konto und das Selbstvertrauen und zudem auch den ersten Auswärtssieg der Saison.

 

Im Duell 12. gegen 13. war zu erwarten, dass beide Teams sich erst einmal ins Spiel arbeiten mussten. Und so kam es auch, ehe die Hausherren dann nach rund neun Minuten die ersten richtig guten Einschussmöglichkeiten hatten. Doch der bestens aufgelegte Johannes Wiedemann im Buchloer Gehäuse vereitelte mit einer Glanztat gegen den alleine durchgebrochenen Michael Harrer einen Rückstand und auch der Nachschuss von Xaver Hochstraßer fand nicht den Weg über die Linie. In dieser Phase, als die Riverrats besser ins Spiel zu fanden schienen, schlugen dann aber die Buchloer eiskalt zu. Einen satten und platzierten Blueliner setzte Andreas Schorer zur 1:0 Führung für die Rot-Weißen unter die Latte (13.). Bis zur Pause hatten beide Teams in der Folge noch die ein oder andere Gelegenheit, doch ein Tor sollte nicht mehr fallen. 

Ins zweite Drittel starteten die Gastgeber schwungvoll: Während Ondrej Horvath aus der Drehung noch mit einem Flachschuss denkbar knapp scheiterte (21.), glückte den Geretsriedern zwei Minuten später bei angezeigter Strafe gegen den ESV der nicht unverdiente Ausgleich. Marek Haloda überwand im Nachsetzten Johannes Wiedemann, der zuvor noch den ersten Abschluss des Tschechen pariert hatte (23.). Anschließend entwickelte sich ein munteres und durchaus intensives Drittel mit Chancen auf beiden Seiten. Doch während die Riverrats immer wieder an Wiedemann oder der eigenen Genauigkeit im Abschluss scheiterten, machten es die Buchloer geschickter. So gingen die Piraten nach 25 Minuten wieder in Front, als Lucas Spindler gerade von der Strafbank kam und alleine auf Torfrau Johanna May zulief, die gegen Ende des Startdrittels den verletzten Stammtorhüter Martin Morczinietz ersetzt hatte. Buchloes junger Förderlizenz-Verteidiger blieb in diesem Duell vor dem Tor eiskalt und traf im Stile eines Stürmers maßgenau in den Winkel zum 2:1. Und Alexander Krafczyk erhöhte 34 Sekunden vor Drittelende dann sogar noch auf 3:1. Andreas Schorer hatte die Scheibe im Geretsrieder Drittel gekonnt abgefangen und das Auge für den völlig freistehenden Toptorjäger gehabt, der sich diese Chance alleine vor May nicht entgehen ließ. „Heute haben wir auch endlich mal zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, stellte der ESV-Coach nach diesem natürlich psychologisch sehr wichtigen dritten Tor unmittelbar vor der zweiten Pause richtig fest.

Denn diese Zwei-Tore-Führung brachte nochmals Selbstvertrauen für den Schlussabschnitt, in dem die Pirates dann nicht mehr wirklich viel anbrennen ließen. Hinten stand man kompakt und gut sortiert. Und Vorne hätte man den Sack durchaus schon früher zumachen können bzw. müssen. So musste sich der starke Buchloer Schlussmann noch einmal doppelt auszeichnen (54.), ehe Christian Wittmann mit dem 4:1 fünf Minuten vor dem Ende endgültig den Deckel auf diese Partie machte.

 

Auch wenn sicherlich noch nicht alles Gold ist was glänzt konnte man an diesem Abend bei den Piraten eine deutliche Leistungssteigerung und somit die erhoffte Reaktion auf die letzten beiden Niederlagen erkennen, was auch der Buchloer Trainer so sah: „Die Jungs haben heute ein paar Sachen deutlich besser gemacht wie die letzten Spiele, kompakt als Mannschaft gespielt und einen tollen Kampf abgeliefert“, so das Fazit Lerchners nach dem ersten Auswärtssieg der Saison für den ESV.