Am 20. September, der letzten Stadtratssitzung vor der Landtagswahl kamen sieben schwarz gekleidete Jugendliche und übergaben dem Oberbürgermeister einen Sarg, der das Beerdigen der Menschenwürde darstellen sollte.2018_09_20-Sarg-Rathausaktion Es wird laut im Augsburger Stadtrat - Jugendliche tragen schwarzen Sarg zum Oberbürgermeister Augsburg Stadt News Newsletter Politik Augsburg Bündnis junger Antirassist*innen Auxburg Dr. Kurt Gribl Rathaus Sarg Stadtrat | Presse Augsburg

Bei der gestrigen Sitzung des Augsburger Stadtrats wurde es kurzzeitig unruhig. Eine Gruppe von sieben schwarz gekleidete Jugendlichen hatte einen Sarg in den Oberen Fletz gebracht und zu Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl getragen.

Maximilian Kopeczek, Sprecher des für die Aktion verantwortlichen „Bündnis junger Antirassist*innen Auxburg“ erklärte hierzu in der Stadtratsitzung: „Wir haben heute Dr. Kurt Gribl diesen Sarg überreicht um ein Zeichen zu setzen. Herr Gribl und die CSU, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, spalten durch ihre Hetze die Gesellschaft. Und ihre Politik hat tödliche Folgen: auf Druck der CSU wurden die Grenzen nach Deutschland geschlossen und die Seenotrettung so gut wie unmöglich gemacht. Allein in diesem Jahr sind mehr als 1600 Menschen im Mittelmeer grausam ertrunken. Herr Gribl ist für dieses Unrecht mit verantwortlich und weigert sich Augsburg zum sicheren Hafen zu erklären. Daher haben wir uns dazu entschieden, ihm heute einen Sarg mit der Menschenwürde darin zu überreichen. Kurt Gribl und seine Partei treten die Menschenwürde mit Füßen, und wir, die jungen Antirassistinnen und Antirassisten aus Augsburg, kämpfen für eine menschenwürdige Politik!“

Schon während der Sitzung wurde es laut im Saal und der Aktion nach etwa fünf Minuten ein Ende gesetzt. Den Sarg wurde im Oberen Fletz zurückgelassen. Ob und in wie die jungen Leute Konsequenzen für die Störung der Sitzung zu erwarten haben ist noch nicht bekannt. Der Oberbürgermeister wünscht sich vom sogenannten Ältestenrat eine Empfehlung, wie mit der Sache umgegangen werden soll. Welche Schlüsse man aus dem Zwischenfall für die Zukunft zieht gehört von Seiten der Verwaltung wohl ebenso noch geklärt.