Spitzenspiel am letzten Spieltag des Jahres! Vor ausverkauftem Haus (3.100 Zuschauer) erwarteten am Freitagabend die Kaufbeurer Joker die Pinguine aus Krefeld. Nach zuletzt starken Leistungen nahmen die Kaufbeurer am vergangenen Mittwoch eine empfindliche Niederlage gegen die Bayreuth Tigers hin. Krefeld hingegen musste auf zwei Spieler (Davis Koch, Kael Mouillerat) verzichten, die sich gegen Kassel nach einem Faustkampf eine Spielsperre einhandelten. Mikko Lehtonen auf Seiten des ESVK pausierte, für ihn konnte John Lammers, nach Mittwoch, nun schon zum zweiten Mal nach seiner langen Verletzungspause auflaufen. Sechs Punkte trennten die Teams vor Spielbeginn, also war klar, dass es für den Tabellenzweiten aus Kaufbeuren heute kein Selbstläufer werden würde.

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Kaufbeuren startete druckvoll ins erste Drittel. Dies führte schon in der ersten Minute zu einem Powerplay für die Joker. Niklas Heinzinger konnte einen Kaufbeurer Angriff nur noch mit Beinstellen stoppen. Die Joker kamen jedoch nur schwer in die Aufstellung und mussten bald wieder gegen fünf Krefelder antreten. Erst in Minute Vier konnten die Pinguine die erste Chance verbuchen. Tom-Eric Babbert tankte sich bei einem Solo durch die Kaufbeurer Verteidiger, schoss Daniel Fießinger jedoch zu zentral an. Erneut Strafe für Krefeld. Wieder führt ein Foul durch Beinstellen zur nächsten Überzahlgelegenheit der Kaufbeurer. Diesmal fanden die Joker schnell in die Aufstellung und konnten durch John Lammers und Sebastian Gorcik ernstzunehmende Chancen verbuchen. Dennoch blieb das Powerplay erfolglos. Jedoch gelang es in der ersten Drittelhälfte, dass sich früh störende Kaufbeurer bessere Spielanteile sicherten. Krefeld viel es insgesamt schwer die Verteidigung des ESVK zu überwinden und die erste Strafe für Kaufbeuren durch eine Stockschlagsentscheidung gegen John Lammers kam den Pinguinen sehr gelegen, um das Momentum zu ändern. Nikita Shatsky kam in der neunten Minute zu einem guten Schuss. Zu zentral wurde dieser jedoch problemlos vom Kaufbeurer Goalie pariert. In der 10. Minute dann der Aufschrei bei den Krefeldern, die einen erneuten Schlenzer im Tor gesehen haben wollten. Videobeweis! Die Schiedsrichter entschieden aber schnell: kein Tor. Wie zu erwarten war fanden die Krefelder nun besser in die Partie und konnten sich zeitweise in der Angriffszone festsetzen. Doch auch Kaufbeuren legte wieder zu. Alexander Thiel prüfte die Fanghand von Mathias Bittner im Tor der Krefelder mit einem starken Schlagschuss. Ein abgefälschter Schlenzer nach dem darauffolgenden Bullie verfehlte das Krefelder Gestänge nur knapp. Wenige Augenblicke später konnte Bittner die Kaufbeurer Führung nur verhindern, indem er sich rücklings auf den Puck fallen ließ. Doch auch Krefeld blieb weiter gefährlich. In Minute 15 schlenzte die Nummer 55, Dennis Miller, nur knapp über die Kaufbeurer Torlatte. Ein Abspielfehler bei Kaufbeuren ermöglichte Zach Magwood einen Alleingang, der jedoch ebenfalls vom starken Kaufbeurer Daniel Fießinger abgewehrt werden konnte. Kaufbeuren erarbeitete sich nun aber wieder mehr Puckbesitz. Genau jetzt kann der Krefelder Leon Niederberger sich jedoch beim eins gegen eins durchsetzen und schlenzt den Puck in Richtung Kaufbeurer Torwart. Dem Keeper die Sicht genommen, findet dieser den Weg ins Netz. Eins zu null für Krefeld in der 18. Spielminute. Kaufbeuren versuchte noch den Ausgleich zu erzielen, doch die Zeit vor der ersten Sirene reichte nicht mehr aus.

Den Schwung der letzten zwei Minuten des ersten Drittels konnten die Kaufbeurer aus der Kabine direkt wieder aufs Eis bringen. So kam in der 22. Spielminute Jacob Legacé frei vor Mathias Bittner zum Torversuch. Viel Druck durch die Kaufbeurer führte immer wieder zu guten Gelegenheiten. Nur selten konnten sich die Krefelder aus ihrer Zone befreien und Angriffsversuche starten. Immer wieder war es der ESVK, der vor dem Krefelder Kasten zu Chancen kam. In der 24. Minute musste sich Markus Schweiger erneut mit einem zu zentralen Abschluss, nach einem Alleingang geschlagen geben. Die „Hundertprozentigen“ blieben weiter aus. Schnell war die Hälfte des Drittels erreicht. Die Nummer 25, Niklas Heinzinger musste dann erneut auf der Bank platznehmen. Eine aggressive Krefelder Verteidigung vereitelte jedoch den Ausgleich erneut, das nächste Überzahlspiel ohne Erfolg. Kaufbeuren blieb weiter am Drücker. Die seltenen Krefelder Befreiungsversuche wurden meist wegverteidigt, oder landeten in der Fanghand des guten Kaufbeurer Keepers! Und wieder: Strafe für Krefeld. Zach Magwood fand sich auf der Strafbank wieder. Kaufbeuren sofort in der Aufstellung versuchte es aus allen Lagen, vernünftige Anspielstationen im Slot konnten aber wieder nicht gefunden werden. Und auch der Alleingang von Markus Schweiger, wieder zu zentral. Krefeld fand nach gut 35 Minuten immer noch nicht ins Offensivspiel. Auch hier führte lediglich ein Solo zur nächsten guten Torgelegenheit. Zach Magwood kann den gegnerischen Torwart jedoch auch nicht überwinden, wurde aber empfindlich vom Kaufbeurer Verteidiger Thomas Schmidt gestört. Es folgen zwei Minuten Pause auf der Strafbank für Haken. Krefeld kann die Überzahl jedoch auch nicht nutzen und so endete ein hart umkämpftes Drittel 0:0. Mit Vorteilen für Kaufbeuren.

Ausgeglichener Start in den letzten Speilabschnitt, bei dem sich Krefeld schnell leichte Vorteile verbuchen konnte. Torgelegenheiten wurden zunächst aber nicht erarbeitet, und so war es Fabian Nifosi, der nach eine anfänglichen Fehler schnell den Puck zurückerobern konnte und einen schönen Kaufbeurer Angriff einleitete. Doch auch auf der Gegenseite blieben die Chancen weiter ungenutzt. Niklas Heinzinger schlenzte über das Kaufbeurer Tor. Eine Minute später, in der 46., muss sich Dennis Miller der Stockhand von Daniel Fießinger geschlagen geben. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der gleichen Minute war es Simon Schütz, dessen Schuss noch leicht abgefälscht, ebenfalls nur noch von der Stockhand pariert werden konnte. Wiederum eine Minute später verzieht der ESVK Stürmer Joseph Lewis nur knapp. Kaufbeuren hätte den Ausgleich zu diesem Zeitpunkt verdient gehabt. Die mangelnde Chancenverwertung musste man sich dennoch vorhalten lassen. So spielte auch John Lammers aus aussichtsreicher Position noch einmal ab, anstatt selbst den Schuss zu nehmen. Ähnliches Bild, wie im zweiten Drittel: Diesmal ist es Max Oswald, der vom Krefelder Eduard Lewandowski zu Fall gebracht wird. Oswald selbst verfehlte im folgenden Powerplay den Kasten von Bittner nur knapp, der Bandenabpraller fand jedoch den Weg zu Jacob Legacé, der hinter der blauen Linie einen Schlagschuss abfeuerte. Noch abgefälscht von John Lammers ist es Tyler Spurgeon der die Scheibe als letztes berührte und unhaltbar für den Krefelder Goalie macht. Ausgleich für Kaufbeuren. Krefeld zeigte sich jedoch zunächst unbeeindruckt und konnte ebenfalls weitere Torchancen verbuchen. David Trinkbergers Schuss von der blauen Linie verfehlte das Tor. In der 55. Minute war es wieder Kaufbeuren, in Person von John Lammers, die wieder am Torwart scheiterten. Die Teams wollten nicht zwingend in die Verlängerung, doch auch Eduard Trinkberger für Krefeld und Simon Schütz beim ESVK konnten bis zur letzte Sekunde die Torhüter nicht überwinden. Verlängerung, drei gegen drei.

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Viel Platz für die Akteure bedeutete wenig Platz für Fehler. Beide Mannschaften drehten oftmals vor der blauen Linie ab und versuchten den Gegner laufen zu lassen. In der zweiten Minute der Verlängerung konnte sich lediglich Sebastian Gorcik zum Krefelder Torwart durchtanken, scheiterte jedoch. John Lammers hatte dann die ganz dicke Chance für den ESVK. Aber auch seinen Alleingang konnte Matthias Bittner im Tor der Krefelder entschärfen. Ein vielversprechender Pass auf Joseph Lewis war etwas zu lang und so endete auch die Verlängerung torlos. Letzte Instanz: Das Penaltyschießen.
Den Zusatzpunkt konnten sich schlussendlich die Gäste mit ins neue Jahr retten, da der Treffer von John Lammers, zwei Krefelder Treffern von Marcel Müller und Leon Niederberger gegenüber stand.

Gregor Zasche