Furioser Auftakt in die Leichtathletik-EM. Richard Ringer zog kurz vor Schluss die Siebenmeilenstiefel an und sprintete zu Marathon-Gold. Damit wurde erstmal ein Deutscher im Marathon Europameister – ideales Laufwetter und 110.000 Zuschauer am Streckenrand sorgten für den gebührenden Rahmen. Anschließend durften beim SALOMON Run of 22 auch mehr als 2.300 Hobbyläufer einmal die schweißtreibende Sightseeing-Runde über zehn Kilometer durch Münchner Innenstadt absolvieren. Doppelte Action gab es erstmals am Königsplatz, wo die Teilnehmenden im Speed-Klettern und bei der Beachvolleyball-EM für ausverkaufte Arenen sorgten. Zahlreiche Besucher:innen pilgerten erneut in den Olympiapark, um sich der vielfältigen Angebote des Festivals The Roofs zu erfreuen. Insgesamt strömten an Tag 5 der European Championships 206.000 Besucher zu den Veranstaltungen.

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Der Deutsche Richard Ringer sichert sich mit einem starken Schlussspurt Gold | Foto: Thomas Niedermueller /Munich 2022

Das Wunder von München: Drei deutsche Medaillen im Marathon

Grandiose Stadtkulisse, 110.000 Menschen an der Strecke und nach 42,195km spannende Zieleinläufe. Die deutschen Sportler schafften am Montagvormittag das Wunder von München und holten einen wahren Medaillenregen. Das Damenteam freute sich über die Goldmedaille in der Teamwertung vor Spanien und Polen. Die Herren sicherten sich hinter dem Team aus Israel das silberne Edelmetall, Bronze gewannen die Spanier. Der Star des Tages war aber der Deutsche Richard Ringer. Getragen vom euphorischen Publikum setzte er zu einem unglaublichen Schlussspurt an und fing kurz vor der Ziellinie den Israeli Maru Teferi ab! Bronze bejubelte dessen Teamkollege Gashau Ayale. Ringer ist damit erster deutscher Marathon-Europameister. Bei den Damen setze sich die Polin Aleksandra Lisowska vor Matea Parlov Kostro (Kroatien) und Nienke Brinkman (Niederlande). Die deutsche Miriam Dattke verpasste die Medaille im Fotofinish.

Tag eins der Leichtathletik lockt zahlreiche Spontanbesucher

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Simon Bayer Photo: Daniel Kopatsch / Munich2022

Tag eins der Leichtathletik und immer wieder strömten die Fans ins Olympiastadion. An den historischen Ticketverkaufsstellen bildeten sich Schlangen, viele entschieden sich noch spontan zu einem Besuch der ersten Wettbewerbe. Maskottchen Gfreidi heizte den Zuschauer ordentlich ein. In der Abendsession ging es für die Zehnkämpfer im Hochsprung um Punkte, im Kugelstoßen (M und F) werden bereits erste Medaillen verteilt, ebenso über 10.000 Meter der Frauen. Das Publikum bekommt also einiges geboten – und das ist nur der Anfang.

Kugelstoßen Frauen:

  1. Jessica Schilder (Niederlande) 20.24
  2. Auriol Dongmo (Portugal) 19.82
  3. Jorinde van Klinken (Niederlande) 18.94

5. Sara Gambetta (Deutschland) 18.48

6. Julia Ritter (Deutschland) 18.29

Kugelstoßen Herren:

  1. Filip Mihaljevic (Kroatien) 21.88
  2. Armin Sinancevic (Serbien) 21.39
  3. Tomáš Stanek (Tschechien) 21.36

11. Simon Bayer (Deutschland) 19.83

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Filip Mihaljevic Foto: Daniel Kopatsch /Munich 2022

10.000m Frauen

  1. Yasemin Can (Türkei) 30:32.57
  2. Eilish Mc Colgan (Großbritannien) 30:41.05
  3. Lonah Chemtai Salpeter (Israel) 30:46.37
  4. Konstanze Klosterhalfen (Deutschland) 31:05.21 (persönliche Bestleistung)
     

Vier Medaillen: Polen klettert zur Speednation Nummer eins

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Foto: Munich 2022

Vier Halbfinalistinnen, viermal Polen. Im Speedklettern der Frauen dominierte die Nation um Weltrekordhalterin Aleksandra Miroslaw. In einer Zeit von 6,92 Sekunden holte sie sich als Favoritin schließlich den Titel – wenn auch ganz knapp. Als beste Deutsche war Nuria Brockfeld ins Viertelfinale gekommen. Auch im Finale der Männer war Polen vertreten. Marcin Dzienski blieb allerdings hängen und musste dem Ukrainer Danyil Boldyrev (5,58 Sekunden) den Vortritt lassen. Dritter wurde der Franzose Gulliaume Moro. Auch ohne deutsche Final-Beteiligung feierten die 5.000 Zuschauer am ausverkauften Königsplatz die neue Trendsportart.

 
Emma Hinze sichert sich Gold mit Millimeterarbeit 




Spannender hätte es in der Messe München am frühen Montagabend nicht sein können. Im Sprint-Finale der Frauen entschieden Millimeter über Gold und das Publikum wartete nach dem Rennen gebannt auf die Entscheidung. Die Deutsche Emma Hinze siegte gegen die Französin Mathilde Gros, Bronze ging an Laurine van Riessen (NED). Zuvor gab es schon Medaillen im 1000-Meter-Zeitfahren. Bei den Männern fuhr der Franzose Melvin Landerneau zu Gold vor Matteo Bianchi aus Italien und dem sichtlich stolzen Maximilian Dörnbach aus Deutschland.

Omnium Frauen Rennen – Punktefahren 20km

  1. Rachele Barbiere (Italien)
  2. Clara Copponi (Frankreich)
  3. Daria Pikulik (Polen)

6. Lea Lin Teutenberg (Deutschland)

Omnium Männer Rennen  – Punktefahren 25km

  1. Donavan Grondin (Frankreich)
  2. Simone Consonni (Italien)
  3. Sebastian Mora Verdi (Spanien)

9. Moritz Malcharek (Deutschland)

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Emma Hinze Photo: Sebastian Sternemann / Munich2022

Geht doch! 35 Kilometer durch München

Die Geher sind am Dienstagmorgen in München unterwegs und haben 35 Kilometer vor sich – eine neue Streckenlänge. Als Topfavoritgeht der Schwede Perseus Karlström an den Start, der auch auf der kürzeren 20 Kilometer langen Distanz am Samstag antreten wird. Vor 50 Jahren gewann Bernd Kannenberg, der sechsfache deutsche Meister, auf der 50-Kilometer-Distanz Olympiagold. Dabei stellte er auch noch einen olympischen Rekord auf: Er legte die Strecke in 3:56:11,6 Stunden zurück – dieser Rekord hatte bis 1978 Bestand. Kannenberg ist 2021 im Alter von 78 Jahren gestorben.

Beachvolleyball begeistert

5.000 Zuschauer verfolgten live am Königsplatz den Auftakt der Gruppenphase im Beachvolleyball.
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