An Tag acht der European Championships Munich 2022 hat für die insgesamt 88.800 Besucher zum ersten Mal nicht nur die Sonne geschienen. Aber auch vom kurzen Regenschauer am Abend haben sich die 31.000 Fans der Leichtathletik nicht abschrecken lassen und einfach unter dem rund 75.000 Quadratmeter großen Dach des Olympiastadions abgewartet. Das hat sich gelohnt: Konstanze Klosterhalfen lief zu Gold, Malaika Mihambo und Tobias Potye sprangen jeweils unter dem rhythmischen Klatschen der Fans zu Silber. 

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Klosterhalfen war überwältigt | Foto: Marc Mueller/Munich 2022

Goldlachen bei Klosterhalfen, Silber für Mihambo und Potye

Konstanze Klosterhalfen konnte sich nach ihrem Goldlauf über 5.000 Meter von Fans und Familie auf den Rängen kaum für ein Interview losreißen. Souverän hatte die 25-Jährige den Titel über die Ziellinie gebracht. Ein überraschender Erfolg, war nach Rang 4 über 10.000 Meter erst nicht klar, ob sie auf die halbe Distanz wirklich starten würde. Zweite wurde Yasemin Can (TUR) vor Eilish McColgan (GBR).

 




Nur drei Zentimeter an Gold vorbei sprang Malaika Mihambo. Mit 7,03 Metern holte die Munich2022-Botschafterin Silber im Weitsprung und begeisterte die 31.000 Fans im Olympiastadion. Ivana Vuleta (SRB) holte Gold, Bronze ging an Jazmin Sawyers (GBR).

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Malaika Mihambo | Foto: Marc Mueller/Munich 2022




Der Dritte im Bunde der deutschen Medaillengewinner war im Hochsprung zuhause: Tobias Potye landete mit 2,27 Metern hinter dem Italiener Gianmarco Tamberi und vor dem Ukrainer Andriy Protsenko.

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Tobias Potye aus München sprang im Olympiastadion zu Silber Photo: Karl-Josef Hildenbrand / Munich2022

“Das ist der schönste Moment in meinem Leben. Ich wollte für mich laufen, für die Zuschauer. Es ist ein Traum.”  so Konstanze Klosterhalfen nach der Goldmedaille über 5.000 Meter.

Weitere Ergebnisse

Hammerwurf Männer

  1. NOWICKI Wojciech (Polen) 82.00
  2. HALÁSZ Bence (Ungarn) 80.92
  3. HENRIKSEN Eivind (Norwegen) 79.45

1500m Männer

  1. INGEBRIGTSEN Jakob (Norwegen) 3:32.76
  2. HEYWARD Jake (GB) 3:34.44
  3. GARCÍA Mario (Spanien) 3:34.88

Erst Edelmetall, dann Ehering: Lukas Dauser im Barren-Finale

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Lukas Dauser ist im Mehrkampf-Finale | Foto: Marc Müller/Munich 2022

An seinem Paradegerät, dem Barren, hat sich Lukas Dauser am Donnerstag bei der Heim-EM einen Platz im Finale gesichert. Nach Silber in Tokio gilt er auch in München als Favorit auf die Medaillen. Wie wichtig ihm die EM im eigenen Land ist, musste auch seine Verlobte Viktoria erleben. Die für diesen Sommer angesetzte Hochzeit hat Dauser für die European Championships Munich 2022 verschoben. Mit dem Mehrkampftitel hatte er aber nichts zu tun. Ebenfalls fürs Gerätsfinale qualifiziert hat sich Nils Dunkel am Pauschenpferd, zudem steht Deutschland im Teamfinale am Samstag.

Österreicher Schubert weist Adam Ondra in die (Höhen-)Schranken

Schon als 13-Jähriger ist der Tscheche Adam Ondra eine Route mit Schwierigkeitsgrad 9a geklettert. In dem Alter hat der Österreicher Jakob Schubert gerade überhaupt angefangen zu klettern. Doch am Donnerstagnachmittag konnte Schubert den Kletter-Star aus Tschechien in die (Höhen-)Schranken weisen. Im neuen Kombinationsformat Bouldern & Lead am ausverkauften Königsplatz holte er Gold vor Ondra und dem Spanier Alberto Ginés López.

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Schubert ist Europameister Foto: Philipp Guelland /Munich 2022

Münz-Adler bringt Kanutinnen Hake und Paszek ins K2-Finale

Im K2 kämpfte Jule Hake gemeinsam mit Paulina Paszek gegen das Team Belgien um den Sieg für den direkten Einzug ins Finale. Doch: Selbst das Zielfoto ließ die Kampfrichter nicht erkennen, welches Team nun schneller war. Deutschlands Sportdirektor Jens Kahl kam die rettende Idee: Ein Münzwurf. Stellvertretend für seine Schützlinge wählte Kahl den Adler, während Belgien die Zahl zugesprochen bekam. Und im wahrsten Sinne des Wortes fiel die Wahl auf Deutschland. Damit bleibt Hake und Paszek der Umweg über das Semifinal erspart. 

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Jule Hake and Paulina Paszek Photo: David Hecker / Munich2022

Vom Dreisprung zum Speerwurf: Munich2022-Botschafter Röhler

Der amtierende Europameister Thomas Röhler will am Freitag um 10:00 Uhr den Speer wieder zu Höchstweiten werfen. Dabei ist der Munich2022-Botschafter eigentlich erst total spät zu der Disziplin gekommen. „Ich war einfach einer der Jungs, die sich bisschen langsamer entwickelt haben“, hat er uns erzählt. Nur im Dreisprung hat er die Norm für die Sportschule damals erzielen können. „Mein Herz war aber immer ein Stück weit beim Wurf, aber es hat keinen Sinn gemacht. Ich war einfach zu schmal.“ Nach einem Trainerwechsel, Änderungen am Stützpunkt und einem anschließenden Übergangsjahr im Mehrkampf kam Röhler mit späten 18 Jahren beim Speerwurf an.

Eine Handlänge voraus: Als einziges deutsches Männer-Duo haben sich Clemens Wickler und Nils Ehlers das Ticket für das Achtelfinale geholt. Sie haben sich vor ausverkauften Rängen gegen Österreich mit 2:1 durchgesetzt.

Cross-Country auf jahrzehnte alten Ruinen

Beim Cross-Country bewältigen die Männer am Freitag und die Frauen am Samstag einen Track auf und um den Olympiaberg. Dieser ist mit 56 Metern eine der höchsten Erhebungen Münchens und wurde übrigens lange vor den Olympischen Spielen aufgeschüttet – nämlich zwischen 1948 und 1957 aus den Trümmern und Ruinen des Zweiten Weltkriegs. Die Strecke führt die Athlet:innen den See entlang, Berg rauf, Berg runter und durch den Park. Nach dem Massenstart warten auf der 4,27 Kilometer langen Strecke unter anderem Drops und Wurzelpassagen.
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