Der erste Schritt ist getan. Dank eines insgesamt ungefährdeten 5:3 (1:0, 2:0, 2:3) gegen den EHC Klostersee fehlt dem EV Füssen nur noch ein Sieg zum Einzug in die Finalrunde um die Bayerische Meisterschaft.

Vor der allerdings enttäuschenden Kulisse von nur etwas über 800 Zuschauern war der frisch gebackene Oberligaaufsteiger seinem Gegner klar überlegen, ließ aber in der Endphase eine Ergebniskosmetik zu. Am Sonntag geht es nun nach Grafing, wo man ab 17.30 Uhr den zweiten Erfolg verbuchen kann. Gelingt dem EHC dagegen der Serienausgleich, findet am Dienstag um 19.30 Uhr am Kobelhang das entscheidende dritte Spiel statt.

Nachdem Marius Keller nach langer Verletzungspause wieder dabei war und zudem das DNL-Team an diesem Wochenende spielfrei hat, fehlten dem EVF lediglich Lubos Velebny und Moritz Kircher, so dass sogar mit vier Sturmreihen agiert werden konnte. Die Partien gegen Klostersee waren in dieser Spielzeit Geduldsfragen, spielen die Grafinger doch meistens aus einer gesicherten Abwehr heraus, die es erst einmal zu knacken gilt. Diesmal war es in der 15. Spielminute Samuel Payeur, der beim ersten Füssener Überzahlspiel einen Schuss ins Netz abfälschte. Die Gäste hielten ansonsten in diesem Abschnitt gut mit, hatten durch Kablau allerdings auch nur eine einzige zwingende Torchance, der zudem eine klare Abseitsposition voran ging.

Im Mitteldrittel nutzten die Schwarz-Gelben dann schnell auch ihr zweites Überzahlspiel. Eine tolle Kombination verwandelte Max Dropmann zum 2:0. Und als Marc Besl bei einem Konter den dritten Treffer markierte, war erst die Hälfte der Partie gespielt. Danach verschärften die Gäste die Gangart, auf die Strafbank mussten die Füssener, die aber ein starkes Penaltykilling praktizierten. Ein penaltywürdiges Foul an Wiedemann wurde nicht einmal als solches gesehen, Keller und Wood scheiterten knapp am vierten Treffer.

Diesen erzielte im letzten Drittel nach einem lehrbuchreifen Konter Eric Nadeau nach toller Vorarbeit von Markus Vaitl und Tobias Meier. Während Gästestürmer Hummer frei an Andi Jorde im EVF-Kasten scheiterte, erhöhte der vierte Füssener Sturm durch Ondrej Zelenka auf 5:0. Die Luft war damit raus, Klostersee wechselte Torhüterin Lisa Hemmerle ein, die sich die letzten zwölf Minuten nicht mehr bezwingen ließ. Als ein Foul am Füssener Spieler nicht gesehen wurde, wohl aber dessen Revanche, nutzten die Gäste den Platz zu zwei Treffern, und als sie in der 58. Minute sogar noch das 5:3 markierten, wurde man im Füssener Lager unweigerlich an das Spiel in Miesbach vor fünf Tagen erinnert. Mit dem Unterschied, dass der Gegner diesmal keine Chance mehr auf einen weiteren Treffer hatte. Der Sieg der Füssener war indes zweifelsohne verdient.

Trainer Dominik Quinlan (Klostersee): „Wir haben im ersten Drittel gut verteidigt, sind leider durch ein Powerplay-Tor in Rückstand geraten. Im zweiten haben wir noch einmal eines bekommen, während es uns leider nicht gelungen ist, selbst in Überzahl zu treffen. Es zeigt die Charakterstärke von meinen Jungs, bis zum Ende nicht aufzugeben und noch drei Tore zu machen, das war gut für das Selbstvertrauen. Am Sonntag werden wir nochmals alles in die Waagschale werfen, und vielleicht sehen wir uns am Dienstag hier wieder.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Wir waren heute über 55 Minuten die dominierende Mannschaft. Läuferisch, kämpferisch, spielerisch. Dann ist man ja doch noch damit belohnt worden, dass noch Tore fielen. Ehrlich gesagt kann ich es dieses Jahr nicht mehr sehen. Warum kann sich da einer nicht raus halten? Meinen Jungs mache ich da überhaupt keinen Vorwurf. Wir fahren jetzt nach Grafing, um die Sache für uns klar zu machen.“

(MiL)

Tore: 1:0 (15.) Payeur (Wood, Besl/5-4), 2:0 (23.) Dropmann (Vaitl, Newhook/5-4), 3:0 (28.) Besl (Payeur, Krötz), 4:0 (47.) Nadeau (Meier, Vaitl), 5:0 (48.) Zelenka (Straub, Krötz), 5:1 (55.) Kaller (4-4), 5:2 (56.) Kritzenberger (Quinlan N./5-4), 5:3 (58.) Hummer (Persson)

Strafminuten Füssen 12- Klostersee 8

Zuschauer 832