Einen kuriosen Spielverlauf sahen die knapp 700 Zuschauer beim dritten Aufeinandertreffen des EV Füssen und des EV Bad Wörishofen. Am Ende gewannen die gastgebenden Füssener verdient mit 5:3 (3:3, 0:0, 2:0), doch die Wölfe zeigten auch am Kobelhang ihre gute Form und waren in einigen Spielphasen voll auf Augenhöhe. Am Ende der Partie hatten sie dann aber nichts mehr zuzusetzen. 

Der EV Füssen konnte sich einmal mehr freuen | Foto: H. Köhntopp

Der EVF hatte bereits in der ersten Minute eine gute Chance, ehe sich in der vierten Minute Verteidiger Andre Bühler durch die Gästeverteidigung tankte und sein Solo mit dem 1:0 abschloss. Füssen wurde immer stärker und der an diesem Abend überragende Nikolas Oppenberger besorgte nur eineinhalb Minuten später das 2:0. Die erste Strafzeit gegen den EVW nutzte Florian Simon nach feinem Zuspiel ebenfalls nur kurz darauf zum dritten Treffer. Abgelaufen waren erst 6.36 Minuten, und Gästetrainer Robert Linke war bereits gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Danach waren die Wölfe besser im Spiel, und überraschten EVF-Goalie Florian Glaswinkler zum 3:1. Im Gegenzug glänzte Oppenberger mit einem tollen Solo, und scheiterte nur knapp. Ein Tor markierten dagegen die Kneippstädter bei ihrem ersten Überzahlspiel. Und als sie in der 20. Minute gar den Ausgleich zum 3:3 erzielen konnten, lag das Momentum gegen nun verunsicherte Füssener voll auf ihrer Seite.

Im zweiten Drittel machte der EVF zunächst das Spiel, gegen clever verteidigende Wörishofener blieben große Chancen aber Mangelware. Bei Kontern musste man dagegen ständig auf der Hut sein, und zweimal Döring sowie Vychichlo scheiterten an Glaswinkler, während die Schwarz-Gelben bei einem Powerplay durch Maxi Schorer die einzige hochkarätige  Möglichkeit in einem ansonsten höhepunktarmen Abschnitt hatten.

Die letzten zwanzig Minuten musste also eine Entscheidung fallen,und hier spielten nun fast nur noch die Füssener auf das Tor von Gästekeeper Andreas Nick. Im Powerplay traf Nikolas Oppenberger zum 4:3. Es folgten Chancen für den EVF im Minutentakt, in ihrem Angriffswirbel versuchten es die Schwarz-Gelben sogar mit sechs Feldspielern. Da hier verständlicherweise die Unparteiischen etwas dagegen hatten, kam es zu einem Unterzahlspiel und einer eigentlich brenzligen Situation. Doch Bad Wörishofen tat es den Füssenern nach, und beim anschließenden Spielen vier gegen vier schlug Oppenberger mit seinem dritten Treffer zum 5:3 zu. Da in der Folge die heimischen Stürmer nochmals mehrfach aussichtsreich am starken Nick scheiterten, blieb es am Ende bei diesem Ergebnis.

Trainer Robert Linke (Bad Wörishofen): „Es war ein schwerer Start für uns, Füssen hat sofort Druck aufgebaut und unsere schwache Phase ausgenutzt. Wir wollten eine gute Vorstellung zeigen und es dem Gegner schwer machen, unsere Taktik durchziehen, das ist gelungen. Am Ende hat die bessere Mannschaft gewonnen, aber wir haben die Partie lange spannend gehalten.“

Trainer Thomas Zellhuber (Füssen): „Neben Marc Besl mussten wir heute auch kurzfristig auf Vincent Wiedemann verzichten, und im Tor hat sich Fabian Schütze krank abgemeldet. Wir hatten einen tollen Start, nach der Auszeit sind wir aber aus dem Rhythmus gekommen. Bad Wörishofen hat eine funktionierende Mannschaft, da muss man in jeder Situation dagegen halten. Wir haben gezeigt, dass wir auch bei so einem Spielverlauf nochmals zulegen können, diese Erfahrung ist wichtig.“

Tore: 1:0 (4.) Bühler (Dressel), 2:0 (6.) Oppenberger (Newhook), 3:0 (7.) Simon (Schmid, Dressel/5-4), 3:1 (10.) Dörner (Telesz), 3:2 (13.) Schweinberger (Scheitle, Döring/5-4), 3:3 (20.) Döring, 4:3 (44.) Oppenberger (Newhook, Nadeau/5-4), 5:3 (54.) Oppenberger (Newhook, Prantl).

Strafminuten Füssen 10, Bad Wörishofen 16.

Zuschauer 687.

M. Lang