Evakuierung in Augsburg | Hier können Weihnachtsmessen gefeiert werden

Von der Evakuierung der Augsburger Innenstadt am 1.Weihnachtsfeiertag sind auch zahlreiche Kirchengemeinden betroffen. Die feierlichen Gottesdienste dort müssen mindestens bis Nachmittags entfallen. Wir sagen ihnen wo sie zur Messe gehen können.

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Foto: Wolfgang Czech

Wegen der Evakuierung weiter Teile der Augsburger Innenstadt können am kommenden Sonntag, dem ersten Weihnachtsfeiertag, in etlichen Kirchen keine Gottesdienste stattfinden. Davon betroffen ist auch der Hohe Dom zu Augsburg. Das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa wird deshalb am Sonntag um 9.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Anton (Imhofstraße 49) im Antonsviertel gefeiert. Für die musikalische Gestaltung werden die Domsingknaben sorgen. Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen, an diesem Gottesdienst teilzunehmen.
Die Pontifikalvesper am Sonntagnachmittag wird entfallen.

Von der Evakuierung betroffen sind folgende katholischen Kirchen: Hoher Dom, St. Georg, St. Peter am Perlach, Moritzkirche, St. Max, St. Ulrich und Afra, St. Margareth, St. Markus (Fuggerei), St. Simpert, Unsere Liebe Frau, St. Pankratius; außerdem die Klosterkirchen Heilig Kreuz, St. Stephan, Maria Stern und St. Ursula.

Sollte die Entschärfung der Fliegerbombe bis zum späten Nachmittag abgeschlossen sein, wird es in den Innenstadtkirchen bereits am Sonntagabend wieder die üblichen Gottesdienste geben. Die Kirchenglocken werden in diesem Fall hierzu einladen.

Das Pfarrheim von St. Anton wird nach dem Pontifikalamt am Sonntag geöffnet sein und bei entsprechendem Bedarf bis zum späten Abend zur Verfügung stehen. Die Kirche ist bemüht, dort für ausreichende Verpflegung zu sorgen.

Die Maria-Stern-Schulen (Gögginger Straße 132) laden am Sonntag um 7.30 Uhr und um 10.30 Uhr zu Eucharistiefeiern ein. Die Anfahrt zum Schulparkplatz ist über die Panoramastraße möglich. Im Anschluss an den Gottesdienst um 10.30 Uhr wird es in der Schulkantine die Möglichkeit zu einem kostenlosen Mittagessen geben.

Im Stadtteil Lechhausen sind die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft St. Pankratius zum Gottesdienst um 9.30
Uhr in St. Elisabeth willkommen. Das Pfarrheim von St. Elisabeth wird auch den ganzen Sonntag über als Quartier zur Verfügung stehen, da ein großer Teil der Pfarrei in der Sicherheitszone liegt. Im Pfarrheim wird auch für kostenlose Verpflegung gesorgt sein.

Weitere alternative Möglichkeiten für Gottesdienste und kostenlose Verpflegung werden gerade geklärt und unter www.bistumaugsburg.de laufend aktualisiert und ergänzt.

Am Sonntag werden auch hunderte Bewohner kirchlicher Einrichtungen vorübergehend eine andere Bleibe finden: Betroffen sind die Klinik Vincentinum, mehrere Seniorenheime der Caritas sowie Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommen mehrere Wohngruppen der St. Gregor-Jugendhilfe sowie Unterkünfte für Obdachlose.

Auch die Klöster der Dominikanerinnen und der Dominikaner, die Benediktinerabtei von St. Stephan, die Franziskanerinnen von Maria Stern sowie die Schwestern der Congregatio Jesu (Maria-Ward-Schwestern) werden evakuiert. Für die Schwestern werden sich die Tore des Exerzitienhauses St. Paulus in Leitershofen öffnen, die Benediktiner von St. Stephan werden „Asyl“ im Kloster Oberschönenfeld finden und hoffen, am zweiten Weihnachtsfeiertag in St. Stephan ihr Patrozinium feiernzu können.

Das Bistum hat der Stadt Augsburg bereits gestern die Unterbringung von Bürgerinnen und Bürgern in Pfarrheimen und kirchlichen Schulen angeboten. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Stadt, die sich für dieses Angebot sehr dankbar gezeigt hat, jedoch davon aus, dass diese Unterbringungsmöglichkeiten nicht angefordert werden müssen. Die Stadt informiert auf ihrer Internetseite laufend über die Evakuierung und die Möglichkeiten,die sich den betroffenen Bürgern bieten (http://www.augsburg.de/evakuierung).

Auf einen Einsatz bereiten sich gerade der Malteser Hilfsdienst sowie die Notfallseelsorge vor, die bei Bedarf auch Einsatzkräfte aus der ganzen Diözese hinzuziehen könnten. Die Malteser werden am Sonntag zudem ihre  Räumlichkeiten den Bewohnern der Fuggerei zur Verfügung stellen.

Bischof Dr. Konrad, der auch selbst persönlich von der Evakuierungsaktion betroffen ist, zeigt sich „sehr beeindruckt von der Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft quer durch Augsburg und unser Bistum“. Pfarrer und auch caritative Einrichtungen aus dem Bistum hätten sich spontan gemeldet und gefragt, ob sie am Sonntag helfen könnten. „Auch wenn ich mich über das Pontifikalamt im Dom gefreut hätte, bin ich froh“, so der Bischof weiter, „dass ich nun am Weihnachtsfeiertag trotz dieser widrigen Umstände mit den Gläubigen in der schönen und großen
St. Antons-Kirche das Pontifikalamt feiern darf. Es wird für uns alle sicher ein besonderes Erlebnis werden, den eigentlichen Feiertag auf diese Weise zu begehen.“ Dankbar sei er den Barmherzigen Schwestern, die nur ein paar Schritte von St. Anton entfernt dem Bischof Unterkunft bieten werden. Seine Gedanken seien in diesen Tagen bei allen Menschen in Augsburg, für die Weihnachten heuer anders verlaufen wird als sonst. „Ich denke dabei besonders an die Alten, die Kranken und die Alleinstehenden“, so Bischof Konrad.

„Schon jetzt gilt mein Dank den unzähligen Einsatzkräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Augsburg, die diesen Einsatz koordinieren. Es tut gut, sich als Betroffener in diesen Tagen auf die Solidarität der Mitmenschen sowie die Arbeit und das Engagement vieler anderer verlassen zu können.“

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