Die Augsburger CSU-Stadtratsfraktion hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, den ehemaligen AfD-Stadtrat Thorsten Kunze in die Fraktion aufzunehmen.

Während Kunze (re.) nun Teil der CSU-Fraktion ist, macht sein ehemaliger Kollege Markus Bayerbach (AfD) ohne Fraktionszughörigkeit weiter. | Foto: Wolfgang Czech

Die Aufnahme von Stadtrat Thorsten Kunze in die CSU-Stadtratsfraktion empfiehlt der Vorstand einstimmig der Fraktion. Der parteilose Einzelstadtrat stellte sich heute in der Fraktionssitzung den Stadtratsmitgliedern der CSU vor. In der anschließenden Ausspracherunde wurde die Bereitschaft Kunzes zur Mitarbeit in der CSU-Fraktion sehr gut aufgenommen. Fraktionschef Bernd Kränzle schließt nicht aus, „dass der künftige Fraktionskollege auch noch in die CSU eintritt“.

Thorsten Kunze gehört seit März 2014 dem Augsburger Stadtrat an. Im April 2017 verließ er die AfD. „Ich verkaufe meine wertkonservative Haltung nicht an Rechtsaußen“, begründete er seinen Austritt als Reaktion auf das Abdriften seiner Partei an den rechten Rand. Nachdem Kunze das gesamte restliche Jahr parteilos „als Einzelkämpfer“ im Stadtrat zubrachte und die anderen Parteien im Stadtrat genau beobachtete, fällt seine Wahl auf die CSU. „Der Umgang miteinander war konstant respektvoll, konstruktiv und sehr wertschätzend.“

„Der Schritt ist wohlüberlegt und gut begründet“, so der Fachinformatiker Kunze. „In der CSU finde ich menschlich und beruflich genau die politische Heimat, die ich gesucht habe.“ So etwas biete nur die CSU als Bayerns große Volkspartei, ist Kunze überzeugt „Ich sehe uns alle in der Pflicht, in dieser Breite die Bevölkerung verantwortungsvoll und angemessen zu vertreten“, erklärt Kunze. „Ich freue mich sehr darauf, als Teil der CSU-Fraktion gemeinsam die Stadt voranzubringen.“

Die Verhältnisse im Augsburger Stadtrat

Durch den „Neuzugang“ Kunze wird die schon bisher deutlich stärkste Fraktion noch um ein Mandat stärker. Durch weitere Wechsel während der aktuellen Legislaturperiode und die Teilnahme des ebenfalls parteilosen Markus Arnold (ehemals FDP) kommt die CSU künftig auf 28 Sitze. Zweitstärkste Kraft ist die SPD mit 13 Stimmen. Grüne (7) und Pro Augsburg (4) erreichen ebenfalls Fraktionsstärke.