Unmittelbar vor der erwarteten Amtsübernahme durch Boris Johnson hat sein Vorgänger Tony Blair ausgeschlossen, dass Großbritannien im Streit um den Brexit einen Ausstieg ohne Abkommen riskiert. „Ohne die Billigung entweder des Parlaments oder der Wähler wird Boris Johnson den No Deal nicht wagen. Im Parlament ist eine Mehrheit dagegen. Also kann er entweder eine Neuwahl auslösen oder aber ein zweites Referendum ansetzen. Ich glaube, dass Letzteres wahrscheinlicher ist“, sagte Ex-Premier Blair der „Welt“ und anderen europäischen Medien.

Big Ben, über dts Nachrichtenagentur

Am Dienstagvormittag wird in London das Resultat der Abstimmung über den neuen Parteivorsitzenden der Konservativen Partei bekanntgegeben.

Dieser wird automatisch Premierminister. Johnson ist allen Umfragen zufolge klarer Favorit. Blair ist der Überzeugung, dass Johnson an einem zweiten Referendum nicht vorbeikommt. „Er wird das Risiko No Deal nicht ohne Billigung der Wähler oder des Parlaments eingehen. Wenn er ein zweites Referendum zuerst macht, dann ist das Thema Brexit vom Tisch. Dann kann er danach in eine Neuwahl gegen Jeremy Corbyn gehen, die Corbyn zerstören wird und auch die Brexit Party von Nigel Farage.“