Der frühere Bundesverteidigungsminister Volker Rühe (CDU) fordert ein Ende der Diskussion über das NATO-2-Prozent-Ziel für die deutschen Wehrausgaben. „Das führt nur weg von der Kernfrage: Was erwarten wir von unserer Bundeswehr und was muss sie leisten können?“, sagte Rühe der „Bild“ (Dienstagsausgabe). Deutschland müsse zu seiner Verantwortung für die Verteidigung Europas einen angemessenen Beitrag leisten. Bundeswehr-Panzer „Marder“, über dts Nachrichtenagentur

Und die Bundeswehr brauche Planungssicherheit. Dafür müsse der Bundestag sorgen, so Rühe. Zur Kritik der SPD, die Union wolle eine „Aufrüstung“ und folge dabei US-Präsident Donald Trump, sagte Rühe: „Die Bundesregierung hat es leider zugelassen, dass der Eindruck entsteht, wir würden bei der Erhöhung der Wehrausgaben auf den amerikanischen Präsidenten reagieren.“

Rühe weiter: „Das tun wir aber nicht, wir reagieren auf die Geschichte: Deutschland will weiter Partner der USA sein und muss dazu aber auch selbst mehr einbringen, wenn es um die Sicherung Europas durch die NATO geht.“ Große NATO-Länder wie Frankreich und Großbritannien steckten etwa ein Drittel ihrer Militärausgaben in den Nuklearbereich. „Daher müsste Deutschland ganz klar die stärksten konventionellen – und auch einsatzbereiten – Streitkräfte in Europa stellen“, so Rühe. Mittelfristig müsse „endlich einmal klar definiert werden, welche Aufgaben die Bundeswehr künftig erfüllen muss, und wie sie dazu ausgerüstet sein muss – und zwar in Gesetzesform“, sagte Rühe.