Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré hat Ambitionen auf die Nachfolge des im Oktober ausscheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi erkennen lassen. „Wer würde es nicht?“, sagte Cœuré der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ auf die Frage, ob er den Posten übernehmen wollen würde. Er habe in den vergangenen sieben Jahren für Europa gearbeitet. EZB, über dts Nachrichtenagentur

„Ich will auch weiter Europa dienen. Die Zentralbank ist ein Ort, wo ich nützlich sein kann. Aber natürlich auch an einem anderem Ort“, sagte der Franzose.

Beim Präsidentenposten handle es um keine Position, auf die man sich bewirbt, schränkte er ein. „Wir müssen respektvoll warten, was die Politiker entscheiden“, so das EZB-Direktoriumsmitglied weiter. Cœuré rechnet sich also offenbar Chancen aus, obwohl er als Direktoriumsmitglied laut den EU-Verträgen eigentlich nicht erneut ins Direktorium berufen werden darf. Deutschen Wünschen, dass der nächste Präsident der Europäischen Zentralbank aus Deutschland kommen sollte, erteilte er einen Dämpfer.

„Ich verstehe das, aber es ist der falsche Blickwinkel“, sagte Cœuré. Die Wahl des EZB-Präsidenten solle „nicht auf Basis der Nationalität, sondern der Kompetenz erfolgen“. Als aussichtsreiche Kandidaten für die Draghi-Nachfolge gelten der Franzose François Villeroy de Galhau oder der Finne Olli Rehn, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann scheint wieder steigende Chancen zu haben.