Facebook-Eintrag nach Schießerei von Hanau – AfD-OB-Kandidat auf Distanz zu Verfasser: “ Emotional-unbedachter Post“

Die Gewalttat von Hanau, bei der insgesamt zehn Menschen von einem 43-jährigen Deutschen erschossen wurden, ruft im gesamten Bundesgebiet Bestürzung hervor. Auch Politiker aller Lager äußerten sich zu dem Vorfall. Ein Facebook-Post auf des Augsburger AfD-Kreisverbandes sorgt dabei für erhebliche Diskussionen.

 

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Screenshot: Facebook

„Deutschland auf dem Weg zum Mulitkulti-Drecksloch“ war gestern eine gute Stunde lang auf der Facebookseite des AfD-Kreisverband Augsburg-Stadt über einem Bericht zu den Gewalttaten von Hanau zu lesen gewesen. Neun Menschen waren dort durch Schüsse an mehreren Tatorten zu Tode gekommen, an einer Wohnanschrift im Stadtteil Kesselstadt wurden später zwei weitere Leichen entdeckt. Dabei handelte es sich um den mutmaßlichen Täter sowie dessen 72-jährige Mutter. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen. Er soll Sportschütze gewesen sein. Die Behörden gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Politiker aller Parteien entsetzt über die Taten

Politiker aller Parteien brachten schon wenig später das Entsetzen über die Taten zum Ausdruck. Kanzlerin Angela Merkel versprach: „Es wird alles unternommen, um die Hintergründe dieser entsetzlichen Morde bis ins letzte Detail aufzuklären.“

Auch die beiden Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD) -Fraktion im Bundestag , Alice Weidel und Alexander Gauland, haben die tödliche Gewalttat von Hanau verurteilt. „Das abscheuliche Verbrechen in Hanau erschüttert uns zutiefst und macht uns fassungslos“, teilten die AfD-Politiker am Donnerstagvormittag in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Opfern dieser grauenvollen Gewalttat und ihren Angehörigen.“ Umso mehr sorgte der Beitrag auf Facebook für Wirbel. Besonders in den sozialen Medien wurde die Partei dafür schwer angegriffen.

OB-Kandidat spricht von emotional-unbedacht

AfD-Oberbürgermeisterkandidat Andras Jurca reagierte gegen 14:30 Uhr auf eine Presse Augsburg-Anfrage darauf: „Leider hat einer unserer ehrenamtlichen Facebook-Betreuer hier bereits voreilig, ohne sorgfältige Prüfung des geteilten Artikels, emotional-unbedacht einen Post verfasst. Im Moment muss die Trauer um die Opfer und Hinterbliebenen im Fokus stehen und keine politische Ausschlachtung, von welcher Seite auch immer.“

Dem Verfasser wurden sämtliche Facebook-Berechtigungen durch die Spitze des Kreisverbandes genommen. Ob er weitere parteiinterne Konsequenzen zu spüren bekommen wird, soll intern besprochen werden.