Auf der Bergspitze thront das weiße Schloss wie eine Majestät, die übers Land blickt: Seen, Hügel, Baumwipfel und eine tiefe Schlucht. In der Allgäuer Voralpenlandschaft wirkt das Bauwerk fast unwirklich, wie aus einem Märchen. Jetzt feiert das Schloss seinen 150-jährigen Geburtstag.

Die Historie von Schloss Neuschwanstein ist unmittelbar verbunden mit dem Schicksal von Ludwig II., dem Bauherrn. Als sein Vater starb, wurde Ludwig II. mit 18 Jahren König von Bayern. Am 5. September 1869 erfolgte die Grundsteinlegung. Vom Sockel bis zur Turmspitze war das Schloss auf dem modernsten Stand der Technik des späten 19. Jahrhunderts. In den Prunkräumen funkeln Edelsteine, Gold und Glas.

Mehr als das Doppelte der angedachten Summe kostete der Schlossbau, umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro. Ludwig II. erlebte die Fertigstellung von Schloss Neuschwanstein nie mit. Im Juni 1886 starb der König auf mysteriöse Weise, wohl ertrunken im Starnberger See.

Nur sechs Wochen nach dem Tod des Märchenkönigs durften Besucher Schloss Neuschwanstein besichtigen. Derzeit wird das Schloss für rund 20 Millionen Euro saniert. Trotz Baugerüsten können Besucher das Bauwerk besichtigen.