Die Buchloer Piraten haben am Freitagabend für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Denn beim bisherigen Tabellenführer TEV Miesbach siegten die Gennachstädter in einem von beiden Seiten sehr offensiv geführten Match mit sage und schreibe 10:4 (3:3, 4:1, 3:0). Vor allem offensiv wussten die Buchloer um die beiden Dreifachtorschützen Alexander und Christian Wittmann zu überzeugen, bei denen auch Neuzugang Demeed Podrezov sich über seine ersten beiden Treffer im ESV-Dress freuen durfte. Und nicht zuletzt hielt auch ein überragender Johannes Wiedemann den am Ende überraschend deutlichen Auswärtssieg fest, der dem zu Hause bis dato noch ungeschlagenen Spitzenreiter Miesbach somit die allererste Heimniederlage der Saison zufügte.

Alexander Krafczyk Esv Buchloe
Foto: Dominik Maier

 

Schon im ersten Abschnitt bekamen die rund 250 Zuschauer einen absolut unterhaltsamen, aufgrund der vielen Defensivlücken für die Trainer aber wohl eher haarsträubenden Durchgang zu sehen. Der Tabellenführer legte los wie die Feuerwehr und drückte sofort auf den ersten Treffer. Doch statt dem Führungstor für die Hausherren machten die Buchloer mit ihren ersten beiden Torschüssen die ersten beiden Treffer. Torschütze war jeweils Alexander Krafczyk, der erst einen Alleingang verwandelte (2.) und anschließend im Nachstochern auch noch das 2:0 nachlegte (6.). Nach dem Buchloer Traumstart schlug dann aber auch der Favorit zurück, als Matthias Bergmann mit einem verdeckten Blueliner auf 2:1 verkürzte (7.). Danach waren wieder die Piraten am Zug, deren Chancenverwertung zunächst wirklich beeindruckend war. Nach einer starken Puckeroberung von Markus Vaitl stelle Demeed Podrezov mit seinem Premierentreffer per Direktabnahme zum 3:1 den alten Abstand wieder her (10.). Auch danach hatten beide Teams weiter im Minutentakt beste Abschlusschancen und die Torhüter somit alle Hände voll zu tun. Bei einem verwandelten Penalty von Patrick Asselin war ESV-Keeper Johannes Wiedmann dann aber machtlos, womit Miesbach wieder auf 3:2 heran kam (15.). Und der Spitzenreiter glich noch vor der Pause aus. Erst hatte Wiedemann mit einem überragenden Reflex noch den Ausgleich verhindert (16.), doch als sich der ESV in eigener Überzahl einen Konter einfing, glich erneut Asselin per Shorthander zum 3:3 aus (18.).

Auch im Mitteldrittel wurde weiterhin förmlich mit offenem Visier gekämpft. Felix Schurr brachte die Piraten nach 26 Minuten wieder in Front, als er aus der Luft seinen eigenen Rebound zum 4:3 einnetzte. Aber auch Miesbach antwortete umgehend wieder. Im Powerplay staubte Thomas März zum 4:4 ab (28.). Die Partie wurde nun auf Grund von mehreren kleinen Fouls etwas nickliger, was aber nur die Piraten nutzen konnten. Mit einem Penalty, der TEV-Tormann Anian Geratsdorfer über die Fanghand rutschte, brachte Krafzyck mit seinem dritten Treffer seine Mannen wieder in Front (30.). Und Christian Wittmann erhöhte im Powerplay anschließend gar auf 6:4 (32.). Nachdem die zweite Drittelpause nach einem zerbrochenen geworfenen Becher auf dem Eis vorgezogen wurde (36.), stellte der zweite Treffer von Wittmann nach feiner Vorarbeit von Michal Petrak die Weichen für die Piraten immer mehr auf „Überraschungssieg“ (39.).

Denn im Schlussdrittel ließen sich die Pirates den Drei-Tore-Vorsprung nicht mehr nehmen – ganz im Gegenteil. In Überzahl fand ein platzierter Schuss von Podrezov zum 8:4 ebenso den Weg ins Ziel (44.), wie eine schöne Powerplay-Kombination, die letztlich Robert Wittmann zum 9:4 vollendete (45.). Die Partie war nun natürlich längst entschieden, doch beinahe hätten es die Freibeuter nochmals selbst unnötig spannend gemacht. Nach einem übermotivierten Einsteigen von Felix Schurr, was zurecht mit einer 5+Spieldauerstrafe geahndet wurde (48.), mussten die Buchloer nochmals längere Zeit zum Teil in doppelter Unterzahl agieren. Doch selbst bei 6 gegen 3 – Miesbach hatte hier sehr früh den Torwart für einen weiteren Feldspieler vom Eis genommen – ließ Johannes Wiedemann mit teils spektakulären Paraden keinen Gegentreffer mehr zu. Und so überstanden die Piraten diese Phase schadlos und konnten durch den dritten Treffer von Kapitän Christian Wittmann in Unterzahl ins leere Miesbacher Tor sogar noch den zehnten Treffer zum 10:4 Endstand bejubeln.

Der Endstand dürfte besonders in Königsbrunn für Jubel gesorgt haben. Die Pinguine gewannen bei Schlusslicht Pfaffenhofen mit 5:0 und konnten somit die Tabellenführung in der Eishockey-Bayernliga von Waldkraiburg übernehmen.