FC Augsburg | Das sagen Fans gut eine Woche nach dem Schuster-Aus

In der vergangenen Woche hatte der FC Augsburg mit der Freistellung seines Cheftrainers Dirk Schuster aufhorchen lassen. Die Reaktionen auf den Rauswurf und die mutmasslichen Gründe dafür waren sehr unterschiedlich. Die Verwunderung hat sich langsam etwas gelegt. Presse Augsburg hat sich nun bei den Fans umgehöhrt.

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Für Schuster war in Augsburg Schluss | Foto: Wolfgang Czech

Am vergangenen Mittwoch platzte die Bombe. Der FC Augsburg hatte sich von seinem Trainerteam um Dirk Schuster getrennt. Als Interimslösung wurde mit Manuel Baum der Sportliche Leiter des eigenen Nachwuchsleistungszentrums präsentiert. Auch wenn die Partie am Samstag gegen Mönchengladbach mit 1:0 gewonnen wurde, war doch der „Fall Schuster“ omnipräsent. Schon seit Mittwoch brodelte es in den Foren und sozialen Netzwerken. Waren wirklich ausschließlich sportliche Gründe die Ursache für Schusters Aus? Was bringt ein Rauswurf zwei Spieltage vor der Winterpause? War das „FCA-Style“? Und wer soll der neue Trainer werden? Dies waren die beherrschenden Fragen. Die Meinungen gingen dabei weit auseinander. Presse Augsburg hat sich in der Fanszene umgehört und hier exemplarisch drei Stimmen zusammengefasst.

Martin Zirm (Präsident FCA-Fanclub Mindeltal):

„Zur Frage zur Entlassung: Die Entlassung kam natürlich für alle sehr überraschend. Aus sportlicher Sicht ist dieser Schritt teilweise nachzuvollziehen. Es wurden zwar aktuell zufriedenstellend Punkte geholt, jedoch waren diese Punkte nicht immer zwingend und souverän erspielt. Ein offensiveres Spielverhalten wäre absolut wünschenswert gewesen. Ein weiteres Indiz für sportliche Gründe war für mich die Aussage Schusters auf dem Transfermarkt nur tätig zu werden, wenn auch wirklicher eine absolute Verstärkung zu finden ist. In Anbetracht der Tatsache der vielen Ausfälle falsch angesetzt.

Was jedoch für mich als Bestätigung des richtigen Handelns gilt ist das Wie. Wählt Reuter einen solchen untypischen Zeitpunkt der Entlassung stecken sicherlich tiefgründige Ereignisse dahinter. Hier sollten wir ganz und gar unserem Manager vertrauen!

Zum Thema Baum kann ich nicht viel sagen. Geben wir ihm eine Chance.“

Jens Thalhofer (Vorstand Redskins Augsburg):

„Ich war von der Entscheidung, sich von Dirk Schuster und dem Trainerstab zu trennen, insbesondere zu diesem Zeitpunkt, sehr überrascht. Es hatte nichts darauf hingedeutet und auch die Tabellensituation ließ keinen entsprechenden Schluss zu. Die Aussagen u. a. von Stefan Reuter waren zwar nachvollziehbar, denn in der Tat steht der FCA für ein gutes und durchaus fokussiertes Abwehrverhalten, aber eben auch für seine Konter und sein offensives Engagement. Mich irritierte aber, dass step by step weitere Aspekte im Zusammenhang mit der Entlassung zu Tage traten, wie mutmaßliche Partys und Handgreiflichkeiten. In meinen Augen war man in der FCA Führungsriege in der Tat nicht glücklich über die sehr defensive Ausrichtung und wurde sich mit dem Trainerteam über die künftige Spielanlage nicht einig. Die sehr plötzliche und rigorose Entscheidung hatte aber dann final einen anderen Grund. Prinzipiell ist nichts gegen eine defensive Grundausrichtung einzuwenden, mir persönlich hat unter Dirk Schuster aber das Umschaltspiel gefehlt und der erkennbare Wille, ein Spiel zu gewinnen, spätestens dann, wenn die Gelegenheit dazu auf dem Silbertablett serviert wurde, wie beispielsweise gegen zehn Hamburger. Bei uns im Fanclub wurden als möglicher Nachfolger diverse Namen zur Diskussion gestellt, ich persönlich würde mich über einen jungen Trainer mit etwas offensiverer Ausrichtung freuen, mal schauen, ob Manuel Baum derjenige welche ist!?“

 

Und auch ein Leserbrief hat uns zu diesem Thema erreicht.

Kurt Aue (Augsburg):

„Die Entlassung von Dirk Schuster kommt gerade zur rechten Zeit. Denn Schuster hätte eigentlich Maurer werden können anstatt Fußballtrainer. Wer nicht in Richtung Tor spielt, kann auch kein Spiel gewinnen! Aber wurden Schuster nicht nur mittelmäßige Spieler serviert, mit denen er agieren musste? Warum wird Spieler Kohr in den Himmel gelobt? Der ist immer zu langsam, daher muss er Foul spielen (Anm. Redaktion: Aue geht auf eine Szene im Spiel gegen den HSV ein). Ob aber mit Manuel Baum ein Umbruch kommt, ist angesichts der meist überalterten Spieler sehr, sehr fraglich. Baum kann man nur wünschen, endlich beim FCA auf die Jugend zu setzen, die nicht unbedingt nur aus dem eigenen Verein kommen muss. Das Umland bietet auch Potential.“