FC Augsburg verliert nach Katastrophen-Halbzeit auch gegen Köln

Der FC Augsburg konnte auch das dritte Spiel gegen einen Abstiegskandidaten innerhalb weniger Tage nicht gewinnen. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit reichte eine deutliche Steigerung im zweiten Durchgang gegen den 1.FC Köln nicht. Nach dem 2:3 befindet sich der FCA noch immer unter den abstiegsgefährdeten Teams.

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Extraklasse war in der 1.Halbzeit nur Köln. Augsburg (hier Strobl) präsentierte sich in den ersten 45 Minuten nicht bundesligareif Foto: Eduard Martin/Jan Huebner/Pool/

Der 1.FC Köln hatte sich zuletzt mit einem Sieg über Leipzig im Kampf um den Klassenerhalt zurückgemeldet. Beim FC Augsburg hatte man eigentlich schon gedacht, dass man sich um diesen in dieser Saison keine Sorgen mehr machen muss, doch weit gefehlt. Nach drei schwachen, tor- und sieglosen Partien musste heute gegen den Vorletzten dringend gepunktet werden, um nicht bis zum Saisonende zittern zu müssen. Ausgerechnet bei dieser wichtigen Aufgabe fehlte mit Udoukhai einer der zuletzt besseren Augsburger gelbgesperrt. Der FCA hatte sich dennoch einiges vorgenommen und wurde etwas offensiver ausgerichtet in die Partie geschickt. Ohne Erfolg.

Bereits nach acht Minuten lagen die Schwaben durch ein Traumtor in Rückstand. Framberger hatte Skhiri unbedrängt flanken lassen, Duda jagte den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar in den Torwinkel. Der Anfang vom Ende dieses Spiels. Wie schon so oft in dieser Saison zeigte sich Augsburg nun deutlich angeschlagen, mut- und saftlos hatte man den Geißböcken kaum etwas zu entgegenzusetzen. Was die Gastgeber in der ersten Hälfte zu bieten hatten, hatte mit Bundesligafußball nichts zu tun. Der Tabellenvorletzte aus Köln war in allen Belangen überlegen. Die Schwächen der Herrlich-Truppe wurden ein um das andere Mal offengelegt.

0:3 nach katastrophaler Halbzeit

Als die Augsburger Hintermannschaft nach einem langen Zuspiel von Duda wieder einmal unsortiert und zu weit vom Mann gestanden hatte, durfte Kainz von Framberger übersehen zum hochverdienten 0:2 einschieben (23.). Nur zehn Minuten später klingelte es erneut hinter Gikiewicz. Duda hatte den Ball aus 11 Metern unhaltbar in die Maschen genagelt. Herrlich hatte von dieser desolaten Leistung seiner Mannschaft genug. Moravek und Gumny ersetzten noch vor der Pause die gänzlich überforderten Strobl und Framberger.

Mit Jensen kommt die Besserung

Wie wollte man sich nach diesen katastrophalen 45 Minuten die Zuversicht auf Besserung herholen? Herrlich versuchte es mit Jensen, der für Finnbogason in die Partie kam. Ein Joker, der sich lohnen sollte. Der Finne wirkte für das Augsburger Spiel wie ein Jungbrunnen. Nur Augenblicke nach seiner Einwechslung brachte er nach einem Eckball Ball zu Gumny, der aus kurzer Distanz einschieben konnte. Da war er doch der Mutmacher, den die Hausherren so dringend benötigt hatten. Der FCA zeigte nun tatsächlich einige der Dinge, die man in Durchgang 1 vermissen ließ. Köln wurde nun früher angegriffen, der Ball schnell nach vorne gespielt. Augsburg übernahm nun mehr und mehr das Kommando. Nachdem Vargas nach einer Vorarbeit von Jensen eine gute halbe Stunde vor dem Ende zum Anschluss getroffen hatte, waren die Hausherren endgültig zurück im Spiel.

Augsburg kämpft vergebens

Noch fehlte hier ein weiterer Treffer, um dieses bereits verloren geglaubte Spiel doch noch auszugleichen. Köln war nach der Pause nicht ohne eigene Chance gewesen, doch der Druck der auf das Tor von Timo Horn war enorm. Für die Gäste ging es hier nur noch darum die Führung irgendwie über die Zeit zu bringen. Das Remis hätte sich Augsburg aber nach einer wirklich tollen zweiten Hälfte durchaus verdient gehabt. Erst in den Schlussminuten konnten die Gäste sich wieder etwas aus der Umklammerung befreien, dies sollte reichen.

Augsburg konnte auch gegen das dritte Kellerkind in Folge nicht gewinnen und ist immer noch in der Verlosung um die unteren Plätze im Rennen. „In der ersten Halbzeit hatten wir die Eier in der Kabine gelassen,“ brachte es FCA-Schlussmann Gikiewicz nach dem Spiel bei DAZN auf den Punkt. Mit Blick auf das Restprogramm mit den Spielen gegen Stuttgart, Bremen und beim FC Bayern sind diese nun gefragt. Ob Heiko Herrlich dann noch als Trainer an der Seitenlinie steht darf zumindest bezweifelt werden. Die Worte von Manager Reuter nach dem Spiel lassen einen Abschied erahnen.

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