Nach dem zu diesem Zeitpunkt überraschenden Trainwechsel startete der FC Augsburg in dieser Woche neu durch. Die durch Martin Schmidt vermittelte Energie ist im Verein schon vor dem Spiel gegen Frankfurt klar zu spüren.

Der neue FCA-Trainer strahlt Energie und Zuversicht aus. | Foto: Wolfgang Czech

Dienstagnachmittag kam die Meldung die viele früher, aber nur wenige zu diesem Zeitpunkt erwartet hatten. Der FC Augsburg stellte Cheftrainer Manuel Baum frei. Auch der erst zu Jahresbeginn verpflichtete Co-Trainer Jens Lehmann und Sportdirektor Stefan Schwarz sollen nicht mehr für den Bundesligisten arbeiten. Den Nachfolger hatten der Geschäftsführer Sport Stefan Reuter und Präsident Klaus Hofmann bereits parat. Der Schweizer Martin Schmidt trat bereits am folgenden Tag seinen Dienst beim Bundesligisten an.

Warum der frühere Mainz und Wolfsburg-Trainer verpflichtet wurde, wurde bereits bei seiner Präsentation klar. Der seit heute 52-Jährige verfügt nicht über die Erfahrung aus 113 Bundesligaspielen, sondern auch über reichlich motivierende Enerige. Diese hatte sich schon bei der erste gemeinsamen Trainingseinheit mit seinem neuen Team klar gezeigt. Deutlich lockerer als zuletzt hatten die Kicker gewirkt, ein Eindruck der sich die Trainingswoche über bestätigen sollte.

Klare Ansagen, direkte Kommunikation, sprühende Begeisterung. Schmidt scheint seine Mannschaft direkt für sich einnehmen zu können. Auch für die Spiele hat er sich schnell einen Plan zurecht gelegt, der bei Fans und Mannschaft gleichermaßen ankommen dürfte. Einfach wolle man spielen, dazu noch deutlich offensiver als zuletzt. „Ich will immer Tore schießen und gewinnen“ FCA-Verteidiger  Gouweleeuw hatte nach dem zur Baum-Freistellung führenden Debakel gegen Hoffenheim mitgeteilt, dass er nicht mehr gewusste hatte was zu tun ist. Der Holländer wiederholte damit die Kritik die zuvor bereits Hinteregger, hinter vorgehaltener Hand weitere wichtige Kräfte, geäußert hatte. Die klaren Worte dieser Spieler hatten schlussendlich wohl den Denkanstoss für die Veränderung auf der Trainerposition gegeben. Nun solle es mit Martin Schmidt wieder besser gehen. Er beschwört die Augsburger Tugenden Zusammenhalt und Kampfgeist. So möchte er bereits am Sonntag bei Europa League-Teilnehmer Frankfurt zum Erfolg kommen. „Ich sehe es in den Augen meiner Spieler. Am Sonntag wird es schwer, für Frankfurt“.

Während Vorgänger Baum eher beobachtete, greift Schmidt selbst in die Übungen ein | Foto: Wolfgang Czech

Bewährtes möchte er dabei nicht umstürzen, setzt weiter auf einen Mannschaftskern aus etwa sieben Spieler, die es bisher auch schon richten sollten. Um die vier verbleibenden Plätze darf sich jeder bemühen. „Bei mir zählt nur, die aktuelle Form“, so Schmidt. So macht er auch Nachwuchsspielern Hoffnung auf Nominierungen. „Bei Wolfsburg habe ich im Spiel in München einen 18-Jährigen gegen Robben sein erstes Bundesligaspiel machen lassen. Auch hier ist viel Qualität im Nachwuchs, es sind gute Jungs in der U23 und auch in der U19“

Dem FC Augsburg ist zu wünschen, dass der kurzfristige Schritt sechs Spieltage vor Saisonende noch die nötigen Punkte für den Verbleib in der Liga bringt. Im Sommer kann dann neu durchgestartet werden, mit einem Trainer der die Überzeugung zu jedem Zeitpunkt ausstrahlt und nicht nur ausspricht. Der Einsatz über das Taktikbuch stellt. Man möchte zukünftig in Augsburg wieder „einfach“ erfolgreich sein.

Alle Bilder: Presse Augsburg-Fotograf Wolfgang Czech