Am Ende reichte dem FC Augsburg eine tolle kämpferische Leistung beim FC Bayern München nicht für Punkte. Ein durch Lewandowski verwandelter Handelfmeter sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung zugunsten des amtierenden Meisters.

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Andre Hahn und der FCA kämpften wieder aufopferungsvoll | Foto: Klaus Rainer Krieger

Nach zwei Siegen und einem Vorsprung von sechs Punkten auf die Abstiegsränge, sowie reichlich Selbstbewusstsein im Gepäck ging es für den FC Augsburg nach München. Trainer Weinzierl wollte diese Welle weiterreiten und ersetzte nur den Corona-infizierten Pedersen durch Vargas. Die Bayern hatten hingegen nach der schwachen Champions League-Partie unter der Woche einiges beim Publikum gut zu machen und doch musste man das Rückspiel gegen Villarreal im Auge behalten. Selbst vier Wechsel in der Startaufstellung brachten für die Münchner aber keine Leistungssteigerung.

Augsburgs Plan funktioniert gegen schwache Bayern

In einer fehlerbehafteten Anfangsphase waren es die mutigen Gäste, die zu besseren Gelegenheiten kamen. Nach einem kapitalen Fehlpass von Nianzou auf Upamecano hätte Hahn den FCA bereits in Führung bringen können, verstolperte den Ball aber im Zweikampf mit Upamecano (12.). Weinzierls Plan, den Meister zu ärgern, ging bis zu diesem Zeitpunkt auf, München wirkte verunsichert. Kapital konnten die Schwaben aus den vielen Fehlern des FCB aber nicht schlagen. Aus dem Spiel heraus lief bei Bayern gar nichts zusammen, die beste Chance hatten sie nach über einer halben Stunde per Freistoß. Lewandowski donnerte den Ball in die Mauer. Mit dieser schwachen Vorstellung knüpften die Roten nahtlos an das Europapokalspiel an, der engagierte FC Augsburg hätte mit mehr Durchschlagskraft zur Pause führen können, wenn nicht sogar müssen. Nach der Hahn-Aktion hatte auch Caligiuri eine Top-Situation liegen lassen.

Einwechselspieler bringen München Qualität

Keinen einzigen Schuss auf das Tor hatten die Favoriten in den ersten 45 Minuten zu verzeichnen gehabt, dies änderte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Nach einer Ecke war Lewandowski zum Kopfball gekommen, doch der Weltfußballer scheiterte an seinem glänzend reagierenden Landsmann Gikiewicz im FCA-Gehäuse (47.). Der FC Bayern fand nun spürbar besser in die Partie, doch diszipliniert hielten die Schwaben dagegen. Immer häufiger wurde aber auch der FCA-Torhüter zum entscheidenden Faktor. Kimmich hatte in der 63. Spielminute von der Strafraumgrenze auf das Tor gehämmert, Gikiewicz lenkte den Ball mit einer Heldentat um den Pfosten zur Ecke.

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Gikiewicz hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel | Foto: Klaus Rainer Krieger

Der Druck auf den Polen und seine Vorderleute nahm jetzt aber von Minute zu Minute zu. Die Einwechslungen hatten bei Bayern für eine klare Verbesserung der Qualität gesorgt. Für Augsburg hieß es nun weiter die Ordnung zu halten und mit dem ein oder anderen Konter für Entlastung zu sorgen.

Bitter: Handelfmeter entscheidet das Derby

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Foto: Klaus Rainer Krieger

Beinahe wäre der Plan aufgegangen, wäre der Ball nach einem Kopfball von Lewandowski nicht an die Hand von FCA-Verteidiger Oxford gesprungen. Nach Hinweis durch den Videoassistenten zeigte Schiedsrichter Ittrich auf den Elfmeterpunkt. Lewandowski verwandelte eiskalt (82.). Es sollte der einzige Treffer bleiben, weil Augsburgs Bester Dorsch in der Schlussminute vor dem einschussbereiten Musiala klären konnte. Der FC Augsburg musste nach einer starken kämpferischen Leistung nach zwei Siegen erstmals wieder geschlagen vom Feld. Mit etwas mehr Zielwasser in Halbzeit 1 wäre aber sicher mehr für die Augsburger drin gewesen, so geht der glückliche Favoritensieg aber wohl in Ordnung.  „Es war generell ein tolles Auswärtsspiel, es wäre mehr drin gewesen.“, so Augsburgs Trainer Weinzierl nach der Partie.

 

Während Bayern bereits fix für die Champions League qualifiziert und auf dem Weg zu einer weiteren Meisterschaft ist, muss der FCA seine Punkte gegen andere Gegner einfahren.

FC Bayern München : Neuer – Pavard, Nianzou, Upamecano, Richards (57. Davies) – Kimmich, Goretzka (57. Sabitzer) – Gnabry (46. Musiala), Müller (90. Stanic), Sane (65.Coman) – Lewandowski

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny (65.Framberger) , Gouweleeuw, Oxford, Iago – Maier (65. Moravek), Dorsch – Caligiuri, Vargas (56. Zeqiri) – Hahn (78.Gregoritsch) , Niederlechner (56. Pepi)

Tore: 1:0 Lewandowski (82./HE)

Gelbe Karten: Nianzou | Oxford, Dorsch

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 75.000

„Art und Weise hat gestimmt“ | Die Stimmen zum Derby FC Bayern gegen den FC Augsburg