Der „Kultclub“ TSV Buchbach kommt heute zum FC Memmingen.

2019-20_-FC-Memmingen-RL-MS-und-Trainer-2019-20.jpg FC Memmingen wünscht sich Stimmung von draußen - Buchbach kommt ins Allgäu mehr Fußball Memmingen Sport FC Memmingen Regionalliga Bayern TSV Buchnbach | Presse Augsburg

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Beim TSV Ampfing feiern sie in diesen Tagen das 40 Jahre zurückliegende „Fußballwunder“. Der Dorfclub aus dem Landkreis Mühldorf war damals in die drittklassige Bayernliga aufgestiegen und hielt sich dort zehn Jahre. Die Protagonisten waren Ex-Bayern-Star Norbert Janzon oder „Kopfballungeheuer“ Norbert Schick. Namen, die den etwas älteren Fans noch etwas sagen. Beim FC Memmingen waren es damals übrigens Leute wie Manfred Ullmann oder Günter Bayer.

Als der Ampfinger Stern im bayerischen Fußballhimmel verblasste, schickte sich ein Nachbarverein an das Erbe anzutreten: Der Turn- und Sportverein aus Buchbach liegt nur ein paar Autominuten von Ampfing entfernt. 1995 kickte der TSV noch ganz unten und gilt heute als „Kultklub“, der sich nachhaltiger als der Nachbar in der bayerischen Amateurspitze etabliert hat. 2002 ging es für den Verein aus der 3.000-Einwohner-Gemeinde rauf in die Bayernliga, mit dem FCM gehört der TSV Buchbach zu den Gründungsmitgliedern der Regionalliga Bayern. Der Unterschied zu Ampfing und zu anderen längst wieder verschwundenen exotischen Dorfclubs ist, dass zwar ambitionierte Spieler bis aus dem Münchner Raum geholt wurden, aber nicht auf – etwas salopp klingend – abgehalfterte und nicht ganz billige Profis am Karriereende gesetzt wurde.

Kontinuität war auch auf dem Trainerposten das Stichwort. Der um markige Worte und sein Engagement an der Außenlinie bekannte Anton Bobenstetter trainierte Jahrzehntelang. Er überließ den Posten im Sommer Markus Raupach, ist aber noch in sportlich verantwortlicher Position dabei. Mit Bobenstetter und Buchbach hat der FCM schon viele Sträuße ausgefochten. Langweiler waren die Treffen selten. Am Freitagabend (19.30 Uhr) ist es unter Flutlicht in der Memminger Arena wieder soweit. Nachdem es im letzten Regionalliga-Heimspiel gegen Aschaffenburg (1:3) Trabbel gab, haben sie sich beim FCM mehr Disziplin auch abseits des Rasens auferlegt. Ob’s am Freitagabend gegen diesen Gegner gelingt?

Stimmung soll nach dem Wunsch von Cheftrainer Uwe Wegmann am besten von außen kommen. Er appelliert an die Zuschauer die Mannschaft, die in den vergangenen Wochen durch die Ausfälle erfahrener Spieler immer jünger geworden ist, vom Anpfiff weg zu unterstützen: „Wir hatten auch in Rosenheim wieder einen Schnitt von nur 21,6 Jahren. Es wäre schön, wenn die Zuschauer den Einsatz der jungen Spieler honorieren“. Die Enttäuschung in Rosenheim kurz vor Schluss noch den 1:1 Ausgleich geschluckt zu haben, wurde laut Wegmann „nicht lange herumgeschleppt“. Die Mannschaft habe es in dieser Trainingswoche gezeigt. Allen voran Ensar Skrijeli, der seine Chance zu nutzen scheint. Sein Führungstreffer in Rosenheim war technisch vom Feinsten. Vom letztjährigen Reservisten spielt er sich durch Ausfälle von der Jokerrolle ins Team.

Am Rande bemerkt: In der vergangenen Saison hatte das Regionalliga-Spiel zwischen dem FC Memmingen und dem TSV Buchbach wegen „nackter Tatsachen“ noch ein Nachspiel außerhalb des Sportplatzes. Beim Klick auf das Kamerasymbol der Begegnung auf der Homepage des Bayerischen Fußballverbandes (www.bfv.de) ploppte nämlich nicht das erwartete Spielvideo auf, sondern es war ein vierminütiger Porno-Clip zu sehen. Der Verband konnte den Verursacher, der nichts mit beiden Vereinen zu tun hat, nach langwieriger Suche ermitteln und hat gegen den Hacker juristische Schritte eingeleitet.