FCA-Fans werden Ziel von Hooliganattacken

Burghausen, eine beschauliche oberbayerischen Stadt an der Salzach, nahe der österreichischen Grenze Richtung Salzburg. Neben dem Sitz eines Chemiekonzerns und der namensgebenden Burganlage kennt man aus dieser Stadt nur den Sportverein SV Wacker. Eine zeit lang durfte der eher unbekannte Verein zu Beginn des neuen Jahrtausends sogar in der Zweiten Bundesliga spielen. Wie der Ort selbst blieben die Verhältnisse beim SV Wacker aber eher beschaulich und familiär.  Diese Zeiten dürften nun vorbei sein. Sportlich sind sie inzwischen in der viertklassigen Regionalliga Bayern angekommen. Und auch außerhalb des Platzes wird man den SV Wacker nun anders sehen. Im Umfeld der Begegnung gegen die zweite Mannschaft des FC Augsburg (0:0) am vergangenen Wochenende hatten Hooligans, die dem Verein zuzuordnen sind, regelgerecht Jagd auf Anhänger des Bundesligavereins gemacht.

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Die Polizei musste im Umfeld des Regionalligaspiels Burghausen – FCA II massiv einschreiten. | Symbolfoto: Bundespolizei

Nach übereinstimmenden Berichten kam es bereits vor dem Spiel zu ersten Provokationen der beiden Fangruppen. Dabei konnte die Polizei aber ein direktes Aufeinandertreffen der rund 30 Personen starken Gruppen noch verhindern. Laut Polizeibericht war dies aber nach Öffnung der Stadiontore nicht mehr möglich gewesen. Rund 10 Burghauser attackierten die Augsburger Anhänger vollkommen überraschend und unmittelbar mit gezielten Faustschlägen.  Durch das gezielte Einschreiten der Polizei und des Ordnungsdienstes konnte die Situation bis zur Halbzeitpause wieder beruhigt werden. Doch die Pause nutzen wohl die Angreifer zu erneuten Attacken. Ein Augsburger musste stark blutend die Flucht ergreifen. Diese Übergriffe hatten auch mit dem Schlusspfiff kein Ende gefunden. Im Gegenteil.

Als sich eine Gruppe FCAler zu ihrem Bus begab, wollten rund 40 Burghauser diese Situation offensichtlich nutzen. Zum Teil vermummt versuchten sie an die Fuggerstädter heranzukommen. Nur ein massives Einschreiten der Polizei konnte dies verhindern. Das Geschehen verlagerte sich daraufhin allerdings an andere Orte. Im Stadionumfeld gingen die gewalttätigen Personen gezielt auf Augsburger los, die dort in ihre Autos einsteigen wollten. Es kam zu größeren Schlägereien. Nach Zeugenaussagen wurde sogar ein Biertisch als Wurfgeschoss gegen die FCA-Anhänger verwendet. Als die Angegriffenen  die Flucht ergriffen wurden sie sogar in die Nebenstraßen der Salzachstadt verfolgt.

Doch auch die FCA-Fans fielen nicht nur positiv an diesem Nachmittag auf. Auf der Flucht traten sie auf ein Auto ein. Die Polizei nahm daraufhin einige der Begleiter der „Zwoiten“ fest. Ein Augsburger musste aufgrund von Verletzungen, die aus der Auseinandersetzung mit den Burghausern stammte, ins örtliche Krankenhaus zur Behandlung gebracht werden.

Auch am Burghauser Bahnhof wurden weitere FCA-Fans angegriffen. Durch eine Attacke mit einer Bierflasche erlitt ein Rot-grün-weißer Schnittwunden im Gesicht.

Die Polizei hat aufgrund der Vorfälle nun die Ermittlung aufgenommen.