FCA spukt nach Geisterspiel 1 weiter in Richtung Keller | Die Fakten zur Niederlage gegen Wolfsburg

Auch nach der Corona-bedingten Pause blieb es dabei, der FC Augsburg kann scheinbar nicht mehr gewinnen. Gegen Wolfsburg setzte es eine unglückliche, aber nicht unverdiente 1:2-Niederlage. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze schwindet damit weiter.

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irgendwie schuhlos: Florian Niederlechner (FC Augsburg #7) hat es nach einem Zweikampf den Schuh ausgezogen; Eduard | Foto: Krieger

Die Atmosphäre des ersten Geisterspiels in der Augsburger Arena hatte schon etwas unwirkliches an. Spätestens nach neunzig Minuten war der FCA aber wieder in der Realität angekommen. Nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg spukt das Abstiegsgespenst nun wieder deutlich durch die Köpfe der Spieler und Verantwortlichen. Nur noch vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Düsseldorf auf dem Relegationsplatz. Augsburg klopft nach der vierten Niederlage in Serie deutlich vernehmbar im Tabellenkeller an (wir berichteten).

Bekannte Fehler kosten Punkte

Die Gründe dafür sind schnell ausgemacht. Wie schon vor der Corona-bedingten Pause zeigte der FC Augsburg bei beiden Gegentoren eklatante Abwehrschwächen. Vor dem 0:1 ließ der erstmals in der Startelf stehende Suchy den gerade einmal 1,70 Meter großen Steffen zum Kopfball kommen. Beim 1:2 hatte man Mbabu auf der linken Abwehrseite ziehen lassen, sein feines Zuspiel brauchte Ginczek nur mehr einschieben. Framberger hatte den Wolfsburger-Joker ziehen lassen. Besonders ärgerlich war der jeweilige Zeitpunkt der Gegentore. Zwei Minuten vor der Pause und in der Nachspielzeit. Wie schon so oft, konnten die Schwaben nicht bis zum letzten Moment die Konzentration hochhalten. Bei beiden Gegentreffern war Luthe, der den formschwachen Koubek wohl endgültig als Nummer 1 abgelöst hat, chancenlos. Der 33-Jährige zeigte sich bei einigen Abwehraktionen in guter Form. Diese konnte man der Augsburger Offensive so nicht attestieren.

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Augsburgs Sturmspitze blieb stumpf

Niederlechner war im Stile eines Phantoms kaum auszumachen, ihm fehlte jede Bindung zum Spiel. Besonders in der ersten Halbzeit merkte man den Augsburgern, das fehlende Mannschaftstraining der letzten Wochen an. Während in der Defensivarbeit, bis zum 0:1, vieles gelingen wollte, fand man nach vorne nur selten ein Rezept. Ein Vargas-Schuss aus 13 Metern war noch die beste Gelegenheit, VfL-Schlussmann Casteels konnte im Nachfassen klären (16.). Nach dem Seitenwechsel agierte Augsburg mutiger, ohne aber für Angst und Schrecken zu sorgen. Für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich hatten sie schon die tatkräftige Mithilfe der Herren Brooks (Kopfball auf das eigene Tor) und Casteels benötigt. Jedvaj konnte nach dem Patzer des Keepers den Ball über die Torlinie drücken. Ein Udoukhai-Treffer wenig später konnte wegen einer Abseitsstellung von Niederlechner nicht gegeben werden. Mehr war an diesem Nachmittag auch deshalb nicht drin.

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„Gemeinschaft ist der Unterschied“ war auf einem Werbebanner beim ersten Geisterspiel in Augsburg zu lesen. Stimmt, die Fans fehlten, machten aber mit einem Banner auf ihre Meinung aufmerksam.

Passquote weiterhin schwach

Es liegt noch reichlich Arbeit vor dem neuen FCA-Coach Heiko Herrlich, der am kommenden Sonntag bei Schalke nach seiner „Zahnpastaffäre“ wohl endlich sein Debüt auf der Augsburger Bank geben wird. In den Trainingseinheiten der Coronapause hatte er besonderen Augenmerk auf das Passspiel gelegt, zu sehen war davon nur wenig (70% Passquote). „Ich denke, dass man in der ersten Halbzeit trotzdem wieder Probleme hatte.“, so Herrlich-Vertreter Tobias Zelllner. „Heute hat man einfach auch generell gemerkt, dass die Pause sehr lange war. die nächsten Wochen werden in dieser Hinsicht sicher besser.“ Sollte es auch dringend werden, denn Schalke wird versuchen jeden Fehler zu nützen. Nach der 0:4-Derbypleite in Dortmund müssen die Gelsenkirchener dringend für das Ziel Europapokal punkten. Augsburg braucht die Zähler ebenfalls, wenn man das Abstiegsgespenst baldmöglichst vertreiben will. Die Saison könnte sonst mit einem Albtraum enden.