Auch im neunten Anlauf wurde es nichts mit einem Sieg im ersten Bundesligaheimspiel der Saison. Gegen Aufsteiger Union Berlin hatte der FC Augsburg phasenweise Mühe und ging am Ende nach einer gerechten Punkteteilung in die Kabinen zurück.

Au Backe, noch fehlt einiges beim FCA. Hier hat Torschütze Vargas das Nachsehen | Foto: Sebastian Pfister

Begeisterung sieht anders aus. Nach der Pleite zum Auftakt in Dortmund wollte es der FC Augsburg gegen Union Berlin deutlich besser machen. Am Ende sollte es auch gegen den Aufsteiger nicht für den ersten Bundesligaheimspiel einer Saison reichen. „Schlussendlich kann man von einem gerechten Unentschieden reden“, so ein sichtlich enttäuschter FCA-Coach Martin Schmidt nach dem Spiel.

Schmidt: „Die erste Halbzeit war nicht schön zuzusehen, das war mehr Kampf und Krampf“

Nach den deutlichen Auftaktniederlagen war beiden Mannschaften gerade in den ersten 45 Minuten anzusehen, dass der Fokus darauf gelegt war ähnliches zu vermeiden. Eine stabile Defensive hatte auf beiden Seiten Vorrang. Schmidt baute hierfür seine Abwehrreihe komplett um. Mit Lichtsteinger und Jedvaj kamen die beiden letzten Neuzugänge direkt zum Einsatz, auch der zuletzt verletzte Max agierte wieder auf der linken Abwehrseite. Eine Formation, die über weite Strecken gut funktionierte. Durch die taktische Ausrichtung wurde es den rund 27.700 Zuschauern nicht unbedingt ein Leckerbissen serviert. Szenen vor den gegnerischen Toren entwickelten sich erst zum Ende der Halbzeit zaghaft. Auch Schmidt sieht das so: „Die erste Halbzeit war nicht schön zuzusehen, das war mehr Kampf und Krampf“. Etwas besser sah das Ganze dann im zweiten Durchgang aus.

Die Qualität im Defensivverbund sollte nun da sein, jetzt muss an der Abstimmung gefeilt werden | Foto: Sebastian Pfister

Der FCA nahm etwas Fahrt auf und schon gelang es Union unter Druck zu setzen. Vargas konnte nach guter Vorarbeit von Niederlechner Augsburg dann auch zu diesem Zeitpunkt verdient in Führung bringen (59.). Niederlechner war es auch, der wenig später das zweite Tor hätte folgen lassen müssen, doch er vergab. Statt eines Schlussstrichs unter der Partie, begann nun wieder das große Zittern. Berlin wechselte mutig, brachte frische Offensivkräfte und wurde dafür belohnt. Augsburg fand kein Rezept gegen diese neue Ausrichtung. Ständig wurden lange Bälle geschlagen, die keinen Abnehmer fanden. Schmidt war damit gar nicht einverstanden und versuchte von außen immer wieder korrigierend einzugreifen. Ohne Erfolg, im Gegenteil. Nach einem Fehlpass von Jedvaj ging es schnell, Polter bediente im Zusammenspiel der Eingewechselten Andersson, der zum 1:1 einschieben konnte. Dabei blieb es schlussendlich auch, weil Augsburg den verlorenen roten Faden nicht wieder gefunden hatte.

Viel Arbeit liegt vor dem FCA

„Beide Mannschaften haben ein Gesicht gezeigt, dass man in der Liga konkurrenzfähig sein will, das werden wir auch sein. Wir werden den Weg auch machen. Wir brauchen noch etwas Entwicklung. Wir brauchen noch etwas Zeit.“ Offensichtlich fehlt noch etwas zur vollen Konkurrenzfähigkeit.  Die Länderspielpause in der kommenden Woche kommt da sicher nicht ungelegen. Abzuwarten bleibt, auf welche (National-) spieler im Training verzichtet werden muss.

Gerade im defensiven Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehrverbund, aber auch in der Spielorganisation und im Aufbau, wäre noch reichlich Arbeit da. Diese hatte für Schmidt unmittelbar nach dem Spiel begonnen. Bereits im Presseraum hatte er sich die erste Spielzusammenfassung angesehen und sich seine Gedanken gemacht.