FDP-Chef verlangt mehr Unterstützung für liberale Muslime

FDP-Chef Christian Lindner hat sich dafür ausgesprochen, liberale Muslime in Deutschland intensiver zu unterstützen. Die deutsche Gesellschaft müsse „den liberalen Vertretern des Islam den Rücken stärken und Gehör schenken“, sagte Lindner der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Sie seien leider nicht so gut organisiert.

dts_image_7966_jgmhkrjioe_3121_800_600 FDP-Chef verlangt mehr Unterstützung für liberale Muslime Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen Christian Lindner Deutschland Es Islam katholische Kirche Kirche Linke MAN Moschee OB | Presse AugsburgGläubige Muslime beim Gebet in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur

„Es sind eher Einzelpersonen, die innerhalb der islamischen Community für neues Denken argumentieren“, sagte der Parteivorsitzende. Er fürchte zudem, dass ihr Anteil „durch die Migrationsbewegungen der letzten drei Jahre gesunken ist“. Bei sehr frommen Muslimen gebe es „oft eine Nähe auch zu autoritären Vorstellungen in der Politik„, kritisierte Lindner.

Er finde es gut, wenn säkulare und liberale Muslime häufiger auf Konferenzen vertreten seien. Die Debatte über die Ausrichtung des Islam müsse aber jeder Einzelne führen, nicht der Staat. „Ich darf den Verkäufer hinter der Theke an meinem Kiosk fragen. Und ich darf meinen Nachbarn oder meinen Taxifahrer fragen, ob er mich als Ungläubigen sieht, der verachtet wird. Solche Diskussionen sind notwendig“, sagte der FDP-Chef.

Er wundere sich, wie zurückhaltend Viele in der Debatte seien: „Gerade die politische Linke und die Frauenbewegung, die so vehement gegen die katholische Kirche diskutiert haben, sind bei konservativen Muslimen debattenscheu“, so Lindner. Man höre fast nur konservative Politiker, die sich regelrecht am Islam abarbeiteten und das Christentum zur Staatsreligion ausrufen wollten.