FDP fordert Nachverdichtungsoffensive – „In Augsburg könnten kurzfristig bis zu 1.700 Wohnungen entstehen“

Die Freien Demokraten wollen den Wohnungsmangel in Augsburg mit einer kommunalen Nachverdichtungsoffensive abmildern. Durch die Überarbeitung älterer Bebauungspläne und einen Nachverdichtungsplan sollen Haus- und Grundstückseigentümer in die Lage versetzt werden, zusätzlichen Wohnraum im Bestand zu schaffen und Baulücken zu schließen. Die Liberalen wollen somit kurzfristig Druck vom Wohnungsmarkt nehmen, bis in einem Jahrzehnt Neubauviertel wie in Haunstetten und der Hammerschiede zur Verfügung
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In Augsburg gibt es nicht genügend Wohnungen für die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahren zugezogen sind und laut Prognosen in Zukunft dazukommen. Lars Vollmar, Oberbürgermeister-Kandidat der Freien Demokraten, verweist auf eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft aus dem Frühjahr 2019. „In Augsburg werden Jahr für Jahr 1.791 Wohnungen benötigt, aber nur 1.237 fertig gestellt Der jährliche Bedarf wird also nur zu 69 Prozent gedeckt.“

Nachverdichtung als Lösungsansatz

Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, setzen die Liberalen auf Nachverdichtung. Eine ebenfalls im genannten Jahr erschienene Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Institut für Systemforschung hat ergeben, dass in ganz Deutschland innerhalb weniger Jahre 1,1 bis 1,5 Millionen Wohnungen entstehen könnten, wenn die Wohnfläche in bestehenden Immobilien durch Aufstockungen und Anbauten vergrößert und Baulücken durch Neubauten geschlossen werden. Für Augsburg rechnen die Freien Demokraten mit einem Potenzial von 1.200 bis 1.700 Wohnungen, die so entstehen könnten.

„Der größte Vorteil der Nachverdichtung gegenüber Neubaugebieten ist, dass relativ schnell zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann und dass keine Naturflächen verbraucht werden müssen. Bestandsimmobilien sind ja schon durch Straßen erschlossen und verfügen über Anschlüsse für Wasser-, Gas- und Strom.“

Die Entwicklung von Neubauvierteln hingegen dauere mindestens ein Jahrzehnt. Wegen des komplizierten deutschen Planungsrechts und weil noch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern geführt werden müssen, wird der erste Spatenstich in den Neubaugebieten Haunstetten Südwest und Hammerschmiede Süd noch bis Mitte der 2030er Jahre auf sich warten lassen. „Bis dahin haben wir schon wieder mehrere zehntausend Einwohner mehr.“