FDP verlangt mehr Engagement in der Obdachlosenhilfe

Die FDP im Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich umfassender und regelmäßig über die Situation obdachloser Menschen zu informieren. Einen entsprechenden Antrag für das Plenum beschloss die Oppositionsfraktion am Dienstag in Berlin, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben) unter Berufung auf das Dokument. Im Antrag fordert die FDP, „obdachlose Menschen, die eine besonders vulnerable Personengruppe darstellen und somit von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, nicht zu vergessen“.

Dts Image 10851 Onbimqfqhn 3121 800 600Bettlerin, über dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung habe keinerlei Kenntnis über die Situation von obdachlosen Menschen in Deutschland, kritisieren die Liberalen. Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, sagte dem RND, Obdachlose seien in der Coronakrise eine Hochrisikogruppe. „Es ist zwingend notwendig, auch für sie die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Wir fordern, dass auch in Einrichtungen der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe, also auch dort wo nicht übernachtet wird, Obdachlose und Wohnungslose sich aber aufhalten und Hilfe in Anspruch nehmen, kostenlos auf das Coronavirus getestet werden kann.“ Kober kritisierte, dass nicht sein dürfe, dass in der Wohnungslosen- und Obdachlosenhilfe praktisch abgewogen werden müsse zwischen der Hilfe auf der einen und dem Infektionsschutz auf der anderen Seite. „Wenn in Notunterkünften durch Abstandsregelungen Plätze wegfallen, muss die Bundesregierung gemeinsam mit Ländern und Gemeinden Alternativen entwickeln“, forderte der FDP-Politiker. „Die Bundesregierung muss Verantwortung übernehmen.“