Fehlende Kita-Plätze: Städtebund fordert Betreuungsoffensive

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert angesichts von fehlenden 342.000 Kita-Plätze für Kleinkinder in Deutschland eine Betreuungsoffensive. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Coronakrise ihren Job verloren hätten oder in Kurzarbeit seien, sollten zu Betreuern ausgebildet werden. „Viele Menschen sind noch längere Zeit in Kurzarbeit oder werden möglicherweise sogar ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren. Für diesen Personenkreis sollten attraktive Angebote unterbreitet werden, um ihnen eine Ausbildung zur Tagesmutter oder zum Tagesvater anzubieten“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Passauer Neuen Presse“.

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„Damit könnte man auch kurzfristig zusätzliche Betreuungsangebote schaffen.“ Trotz aller Anstrengungen der Kommunen und Milliardeninvestitionen, die zu einem deutlichen Anstieg der vorhandenen Kita-Plätze geführt hätten, reiche das Angebot aufgrund des steigenden Bedarfs noch nicht aus, und es fehlten immer noch Betreuungsplätze, sagte Landsberg der.

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlten zum Stichtag 1. März 342.000 öffentlich geförderte Betreuungsplätze. Damit sei die Betreuungslücke seit dem Jahr 2015 nicht kleiner geworden, sondern sei um mehr als 127.000 Plätze gewachsen, so Landsberg. Eltern brauchen zuverlässige Kinderbetreuung, um ihrer Arbeit nachgehen zu können Gerade wenn nach der Coronakrise die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen werde, bräuchten die Eltern zuverlässige Kinderbetreuung, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. „Deshalb sollte jetzt eine weitere Betreuungsoffensive gestartet werden. Wenn man zudem sicherstellen würde, dass die Vergütung – jedenfalls für eine gewisse Zeit – nicht auf ein Kurzarbeitergeld angerechnet wird, wäre das eine Chance“, erklärte Landsberg weiter.

Parallel dazu sollten die Länder ihre Ausbildungskapazitäten deutlich aufstocken. Überflüssige Bürokratie für Kita-Ausbau überprüfen Auch die baulichen Anforderungen an Kindergärten sollten auf überflüssige Bürokratie überprüft werden. „Für den Ausbau der Kinderbetreuung brauchen wir mehr Personal, müssen aber auch schneller und preiswerter bauen dürfen“, sagte Landsberg.