Fernbus-Branche wirft Bahn Wettbewerbsverzerrung vor

Die Ankündigung der Deutschen Bahn, Billig-Tickets für junge Leute anzubieten, sorgt in der Fernbus-Branche für heftige Kritik. „Solche Preise sind Wettbewerbsverzerrung“, sagte Christian Höber, Gründer und Chef des Kölner Fernbus-Anbieters Pinkbus, der „Rheinischen Post“. Das Unternehmen betreibt eine Direktverbindung zwischen Berlin und München.

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„Sobald die Bahn nicht nur schneller, sondern auch günstiger ist, haben Anbieter wie wir kaum eine Chance mehr.“ Aus Höbers Sicht dürften die Ticketpreise nicht die tatsächlichen Kosten der Bahn decken, also letztlich Verluste bringen:  „Und dann wird im Zweifel nach dem Staat gerufen und die Hand aufgehalten. So war es ja auch schon zu Beginn der Coronakrise, als man wochenlang das Angebot im Fernverkehr zu fast 100 Prozent aufrecht erhalten hat.“

Schon zuvor hatten geplante Milliarden-Hilfen der Bundesregierung für die Bahn in der Branche für Ärger gesorgt. Fernbus-Marktführer Flixbus hat sich daher nun in einem Brief an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gewandt, um für mehr Fairness im Wettbewerb zwischen Bahn und Fernbussen zu sorgen. „Mit Blick auf Deutschland scheint das Muster so zu sein, dass jede Gelegenheit genutzt wird, staatliche Mittel bedingungslos in die Deutsche Bahn fließen zu lassen, ihre Position auf Kosten der Konkurrenz zu stärken und damit die Wahlmöglichkeiten der Fahrgäste zu verringern.“ Die EU-Kommission müsse daher die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs in Deutschland sicherstellen, heißt es in dem Brief, über den die „Rheinische Post“ berichtet.