Festnahmen in deutschlandweitem Rezeptbetrug: 25-Jähriger, 35-Jähriger und 15-Jähriger verhaftet, Arzneimittel im Wert von Hunderttausenden Euro sichergestellt.

Die Polizei hat einen großen Schlag gegen ein Netzwerk von Urkundenfälschern gelandet, das bundesweit mit gefälschten Rezepten teure Medikamente erschwindelt hatte. Die Ermittler deckten gleich mehrere Fälle dieser koordinierten Kriminalität auf und nahmen mehrere Verdächtige fest. Die Ermittlungen werden von Kommissariat 84 koordiniert und stützen sich auf umfangreiche polizeiliche Operationen.

Erste Festnahmen in Unterföhring und Berlin

Am Montag, den 10. November 2025, rief eine zunächst unbekannte Person bei einer Apotheke in Unterföhring an, um ein hochpreisiges Medikament vorzubestellen. Bereits in der Vergangenheit waren solche Rezepte als Fälschungen entlarvt worden. Am 12. November wollte eine weitere unbekannte Person dasselbe Rezept vor Ort einlösen, was jedoch misslang, da der Betrug erkannt wurde.

Der nächste Vorfall ereignete sich am 14. November, als erneut ein Mann mit einem gefälschten Rezept in einer Apotheke am Laimer Platz auftauchte. Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Apotheke alarmierte die Polizei, die den Verdächtigen, einen 25-jährigen Moldauer ohne festen Wohnsitz in Deutschland, festnahm. Die Ermittlungen führten schnell zu weiteren Entdeckungen: Ein Verdächtiger aus Berlin, mutmaßlich der Anrufer, wurde identifiziert. Auch seine Postsendungen waren verdächtig: Sie enthielten Medikamente, die aus gefälschten Rezepten in Baden-Württemberg und Niedersachsen stammten.

Bei einer polizeilichen Durchsuchung in Hessen wurde ein 35-jähriger Ukrainer festgenommen, in dessen Wohnung zahlreiche Medikamente und gefälschte Rezepte gefunden wurden. Der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.

Weitere Verdächtige in Mannheim und Berlin verhaftet

Die Ermittler stießen durch ihre Untersuchungen in Berlin auf einen 15-jährigen Anrufer, der als Vermittler von Arzneimitteln mit gefälschten Rezepten agierte. In seinem Zuhause wurde das Handy gefunden, das er für seine betrügerischen Telefonate nutzte. Obwohl der Jugendliche festgenommen und verhört wurde, kam er anschließend wieder frei.

Doch damit nicht genug: In München führten weitere Ermittlungen zu mehreren Durchsuchungsaktionen, die zu weiteren Festnahmen führten. Ein 33-jähriger Moldauer, ebenfalls ohne festen Wohnsitz, wurde gefasst, als er ein Paket abholen wollte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei zahlreiche packfertige Versandkuverts mit Krebsmedikamenten und gefälschten Rezepten.

Ein weiterer Verdächtiger, ein 32-jähriger Moldauer, wurde in Berlin nach einer „Beschaffungsfahrt“ durch Norddeutschland verhaftet. Bei der Razzia in seiner Unterkunft fanden die Beamten zusätzliche Beweismittel, darunter Blankorezepte sowie ein Laptop mit einem angeschlossenen Drucker, auf dem gefälschte Rezepte erstellt wurden. Beiden Männern wird gewerbsmäßige Urkundenfälschung vorgeworfen.

Umfangreiche Ermittlungsarbeit weiterhin im Gang

Die festgenommenen Tatverdächtigen wurden teilweise bereits einem Gericht vorgeführt und befinden sich in Untersuchungshaft. Der Schaden dieser kriminellen Aktivitäten beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. Die Polizisten betonen, dass die Ermittlungen gegen die Bande noch nicht abgeschlossen sind. Es gibt Hinweise darauf, dass die beschlagnahmten Arzneimittel ins osteuropäische Ausland und nach Russland weiterverkauft werden sollten. Durch die enge Zusammenarbeit mehrerer deutscher Polizeipräsidien konnten wichtige Ermittlungserfolge erzielt werden, obwohl die Beteiligten in unterschiedlichen Bundesländern operierten. Das Kommissariat 84 setzt seine engagierten Untersuchungen fort, um alle Verantwortlichen dingfest zu machen und die beteiligten Netzwerke vollständig aufzudecken.

Alfred Ingerl
Alfred Ingerl
Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.

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