Finale dahoim geht verloren – FC Augsburg nach Heimpleite gegen Köln noch nicht gerettet

Der FC Augsburg hätte mit einem Sieg über den 1.FC Köln den Klassenerhalt in der Bundesliga feiern können, daraus wurde nichts. Nach einer sicher nicht unverdienten 1:4-Pleite ist der FCA weiterhin rechnerisch noch nicht gerettet.

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Foto: Andreas Klein

Mit dem Auswärtssieg am Sonntag in Bochum hatte sich der FC Augsburg in eine komfortable Ausgangslage gebracht. Ein Sieg heute im „Finale dahoim“ gegen den 1.FC Köln und der Klassenerhalt war aus eigener Kraft gesichert. Selbst bei einer Niederlage konnte es für die Rot-grün-weißen aber schon reichen, hierzu musste Stuttgart allerdings im eigenen Stadion gegen Wolfsburg verlieren.

Eine im Vergleich zum Sieg in der Vorwoche unveränderte Startelf war sich der Aufgabe bewusst und erspielte sich in den ersten fünf Minuten durch Vargas und Gregoritsch bereits erste gute Gelegenheiten. So vielversprechend der Anfang auch war, so übel ging es wenig später weiter. Mit einem Doppelschlag stoppte der Effezeh den Augsburger Dauerdruck.

Kölner Doppelschlag stoppt den FCA

Nach einem Ballverlust von Hahn in der gegnerischen Hälfte war es schnell gegangen. Schmitz schob den Ball zum lauernden Thielemann, der aus zehn Metern unbedrängt einschieben durfte. Der Torjubel der etwa 5.000 mitgereisten Schlachtenbummler war noch nicht verhallt, als er erneut aufbrandete. Uth hämmerte das Spielgerät nach einer Kopfballverlängerung von Thielemann trocken per Direktschuss zum 0:2 in die Maschen. Eine kalte Dusche, von der sich die Hausherren erst wieder erholen mussten. Nach guten halben Stunde Spielzeit meldeten sich die Schwaben mit guten Offensivaktionen wieder in der Partie zurück. Die Zuschauer bekamen nun ein richtig gutes Fußballspiel, mit einigen Chancen für beide Teams geboten. Auch wenn man zur Pause zurücklag, hatte der FCA die Punkte nicht abgehakt. Der Halbzeitstand in Stuttgart (0:1) konnte zusätzlich für Beruhigung sorgen.

Torjäger Modeste macht alles klar

Trainer Weinzierl hatte seiner Mannschaft wohl dennoch einiges zu erzählen, deutlich nach den Kölner kamen seine Mannen aus der Kabine. Große Wirkung hatten die Worte allerdings zunächst nicht gezeigt. Der 1.FC Köln war jetzt tonangebend, auf und neben dem Platz. Für die Entscheidung sorgte der Mann, vor dem Weinzierl unter der Woche gewarnt hatte, Anthony Modeste.

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Schlechter Start in Halbzeit 2: Gruezo räumte den eigenen Mittspieler ab. Iago musste verletzt ausgewechselt werden | Foto: Andreas Klein

Nachdem der Franzose von Gouweleeuw nach einer feinen Einzelleistung gefoult worden war, trat er selbst zum Strafstoß an. Eine Situation die sich ein Torjäger von diesem Kaliber nicht nehmen lässt. Als er eine Viertelstunde vor dem Ende mit einem sehenswerten Schlenzer seinen 19. Saisontreffer folgen ließ, war am späteren Sieger kein Zweifel mehr über. Das zwischenzeitliche 1:3 durch den eingewechselten Niederlechner hatte für den Ausgang der Partie keinerlei Bedeutung gehabt.

Aus eigener Kraft würde man den Klassenerhalt an diesem Spieltag nicht schaffen können, der bange Blick der Augsburger Fans ging nach Baden-Württemberg, wo die letzten Hoffnungen für heute zerplatzten. Weil Führich in der 89. Spielminute für den VfB zum 1:1 ausgleichen konnte, geht das Zittern auch im bayerischen Teil Schwabens weiter. Der Vorsprung des FC Augsburg auf den Relegationsplatz beträgt nur noch sechs Zähler. Die Weinzierl-Truppe muss nun nächste Woche in Leipzig oder spätestens im letzten Saisonspiel zu Hause gegen Fürth das Ticket für ein 12. Bundesligajahr buchen. Die Anspannung wird nicht leichter.

FC Augsburg : Gikiewicz – Gumny (80.Framberger), Gouweleeuw, Oxford, Iago (49. Uduokhai) – Gruezo (61. Maier), Dorsch, Caligiuri (80.Finnbogason), Vargas – Hahn (61. Niederlechner), Gregoritsch

1.FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Kilian, Hübers, Hector – Skhiri, Ljubicic, Uth, Kainz (71. Schaub) – Thielmann (71. Lemperle), Modeste

Tore: 0:1 Thielemann (12.) , 0:2 Uth (15.), 0:3 Modeste (63./FE), 1:3 Niederlechner (73.), 1:4 Modeste (77.)

Gelbe Karten: Gruezo, Oxford | Thielemann, Kainz, Hübers

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: 29.511