Forsa: Fast jeder zweite Deutsche hält Lockerungen für zu schnell

Nach Meinung von 45 Prozent der Bürger gehen Bund und Länder bei den Lockerungen der Beschränkungen in der Coronakrise jetzt zu schnell vor. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und n-tv. 37 Prozent hingegen finden das Tempo genau richtig, 14 Prozent stufen das Tempo als zu langsam ein.

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Ähnlich fällt die Einschätzung des Umfangs der Lockerungen aus: 41 Prozent der Befragten meinen, es würde zu viel gelockert werden, 18 Prozent finden den Umfang der Lockerungen zu gering. 37 Prozent sind der Ansicht, dass gerade im richtigen Umfang gelockert wird. Die Anhänger der AfD (43 Prozent) und der FDP (30 Prozent) empfinden die Lockerungen vergleichsweise häufig als nicht ausreichend, ebenso die Befragten in Ostdeutschland (32 Prozent).

Bei der Frage nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen zeigt sich ein Großteil der Befragten einverstanden mit den neuen Regelungen. 68 Prozent finden es angemessen, dass die Kontaktbeschränkungen zwar grundsätzlich bis zum 5. Juni verlängert werden, sich allerdings wieder Angehörige von zwei Haushalten unter Einhaltung des Mindestabstands treffen dürfen. Elf Prozent geht sie zu weit, 19 Prozent hingegen nicht weit genug. Dass die Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, finden 57 Prozent nicht richtig.

32 Prozent befürworten, dass die unterbrochene Saison ab Mitte Mai vor leeren Rängen fortgesetzt wird. 70 Prozent der Befragten sehen es zudem gerne, dass es wieder Lockerungen im Breiten- und Freizeitsport gibt. Zwölf Prozent gehen die Lockerungen zu weit, 15 Prozent finden sie nicht ausreichend. Beschlossen wurde auch, dass möglichst alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise wieder in die Schule gehen.

Einen Normalbetrieb mit täglicher Anwesenheit der Schüler wird es aber vorerst nicht geben. 54 Prozent finden die Lockerung bei den Schulen angemessen. 15 Prozent gehen sie zu weit. Jedem Vierten (27 Prozent) gehen sie nicht weit genug.

42 Prozent halten es für richtig, dass die Einzelheiten bei der Öffnung der Schulen von den Bundesländern geregelt werden. 54 Prozent fänden es besser, wenn es eine bundesweit einheitliche Lösung für alle Schüler gäbe. 46 Prozent halten es für richtig, die Betreuung in Kitas nur auf bestimmte Gruppen von Kindern zu begrenzen. 51 Prozent finden, es sollte schon jetzt für alle Kinder im Vorschulalter wieder möglich sein, eine Kindertagesstätte zu besuchen.

Dass der Bund die Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen weitgehend den Ländern überlassen will, hält die eine Hälfte der Befragten (50 Prozent) für richtig, die andere Hälfte (48 Prozent) fände es besser, wenn alle Bundesländer bei den Lockerungen der Beschränkungen einheitlich vorgehen würden. 68 Prozent der Bundesbürger haben nicht die Meinung, dass Angela Merkel in der Coronakrise Autorität verloren hat, 26 Prozent finden das schon. Auf die Frage nach den Urlaubsplanungen geben 39 Prozent an, in diesem Jahr innerhalb Deutschlands verreisen zu wollen, 53 Prozent planen keine Reise innerhalb Deutschlands. Für die Erhebung befragte Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 7. Mai 2020 insgesamt 1.008 Wahlberechtigte.