Bei der Mitgliederversammlung am 7. Juni wurde der 50-jährige Journalist mit großer Mehrheit zum OB-Kandidaten der Freien Wähler Augsburg gewählt. Vorsitzende Angelika Lippert: „In Bayern sind wir mit großem Erfolg Regierungspartei. Diesen Schwung nehmen wir mit in die Kommunalpolitik.“

Peter Hummel, hier mit der FW-Vorsitzenden Angelika Lippert, ist OB-Kandidat.

Peter Hummel soll die Liste der Freien Wähler Augsburg bei der Nominierungsversammlung am 16.9.2019 für die Kommunalwahl 2020 anführen. Dies beschlossen die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung mit großer Mehrheit und zeigten sich überzeugt, dass der 50-jährige Journalist mit seinen Themen und seiner konsequent lösungsorientierten Herangehensweise zu einem großen Erfolg für die Freien Wähler beitragen wird.

In seiner Grundsatzrede erläuterte Hummel, dass er das, wofür die Freien Wähler seit jeher stehen, nämlich einer ideologiefreien Sachpolitik, in Augsburg als unverwechselbares Markenzeichen ausbauen wolle.

So wird er beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber, ebenfalls ein Freier Wähler, ein Maßnahmenpaket erarbeiten, mit dem Augsburg die erste klimaneutrale Großstadt Bayerns wird. Dazu gehöre in erster Linie eine höhere Attraktivität für den Öffentlichen Personennahverkehr. Hummel: „Eine ganz konkrete erste Forderung ist die kostenlose Benutzung von Bussen und Straßenbahnen an Samstagen. Dies tangiert die Besitzer von Zeitkarten nur unwesentlich und wir haben die Chance, die Menschen umweltfreundlich und bequem in die Innenstadt zu bringen.“ In Städten, in denen dies bereits praktiziert werde, verzeichneten Handel und Gastronomie deutliche Zuwächse. „Mehr Besucher und Kunden bedeuten auch“, so Peter Hummel, „dass Augsburg intensiver als eine der schönsten Städte Deutschlands wahrgenommen wird. Immer nur mit Brecht und Mozart lockt man eher ein überschaubares Bildungsbürger-Publikum an. Dabei vergessen wir oft, in was für einem auch historisch bedeutsamen Schmuckstück wir leben.“ Dass es seit Jahren kein schlüssiges und vor allem effektives Konzept gegen Sprayer-Vandalen in Augsburg gebe, hält er für ein gravierendes Defizit. „Wer mal falsch parkt, erfährt durch unseren Ordnungsdienst eine intensive Betreuung. Wer dagegen fremdes Eigentum besprüht und ganze Straßenzüge verschandelt, kommt in Augsburg mit hoher Wahrscheinlichkeit ungestraft davon.“

„Autostadt mit Fahrradverkehr“

Zum Thema Fahrradstadt wies Peter Hummel darauf hin, dass Augsburg nach wie vor eine Autostadt mit Fahrradverkehr sei. „Das sieht man schon daran, dass zwar Lastenfahrräder gefördert werden, aber noch kein einziger Autoparkplatz in einen Lastenfahrrad-Parkplatz umgewandelt wurde. Wo sollen man denn diese Gefährte abstellen?“, so der Journalist, der selber in der Stadt fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Dass eine aktive Bürgerbeteiligung in den Stadtteilen – eine der Kernforderungen der Freien Wähler – nicht nur wichtig, sondern auch überaus sinnvoll ist, sei nun endlich auch bei der CSU angekommen, die neuerdings ebenfalls Bezirksausschüsse für Augsburg fordert. „Wenn sie es aber wirklich ernst meinen, dann müssen diese Bezirksausschüsse nach der Bayerischen Gemeindeordnung am 15. März 2020 mitgewählt werden“, erläuterte Peter Hummel. „Ansonsten wären das nur Stuhlkreise ohne Beschlussfunktion. Da bin ich sehr gespannt, wie ernst die CSU dieses Thema tatsächlich nimmt.“

Schulsanierungen: „Mir fehlen da die Worte“

Beim Thema Schulsanierung fragte Peter Hummel die Mitglieder der Freien Wähler, wie sie denn inzwischen gegenüber den Menschen argumentieren, die fragen, warum Sanierungskonzepte etwa beim Holbein-Gymnasium gestoppt werden, während gleichzeitig ein Bahnhofs-Tunnel ohne Ausgang am anderen Ende und ein Theater, das auch in wundervollen Interims-Spielstätten großen Spaß macht, keine Einschnitte hinnehmen müssen. „Mir fehlen da ehrlich gesagt mehr und mehr die Worte.“

Die Vorsitzende der Freien Wähler Augsburg, Angelika Lippert, versprach, in den Kommunal-Wahlkampf auch die drei Minister der Freien Wähler im bayerischen Kabinett intensiv einzubeziehen. „Wir sind Regierungspartei und die Freien Wähler Augsburg haben beste Kontakte ins Wirtschaftsministerium, ins Kultusministerium und ins Umweltministerium“, sagte sie. „Diese Verbindungen werden wir für Augsburg intensiv nutzen, wie dies zuletzt bereits bei MAN der Fall war.“

Das ist Peter Hummel

Peter Hummel ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Der gebürtige Unterallgäuer ist gelernter Industriekaufmann, Rettungssanitäter und Journalist. Er arbeitet für große Magazine, die Behindertenseelsorge und als Studienleiter an der Journalistenschule ifp in München. Er ist seit 14 Jahren Mitglied im Pfarrgemeinderat von St. Ulrich und Afra und stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler Augsburg.

Als die Sanierung des Curt-Frenzel-Stadions zu einem Bauskandal ausartete, gründete Peter Hummel die Initiative „Bürger für das CSF“. Aus deren Mitte wurde eine Lösung erarbeitet wurde, im Zuge derer die fehlerhaften Tribünen zunächst wieder entfernt und dann neu gebaut wurden. Vergangenes Jahr erlangte er bundesweit mediale Aufmerksamkeit, weil er sich als Kirchenführer von St. Ulrich und Afra weigerte, eine AfD-Gruppe durch die Basilika zu führen. „Wer Hass verbreitet und andere Menschen diskreditiert, sieht in einem Gotteshaus allenfalls ein schönes Gebäude, will aber von der Barmherzigkeit des Christentums und insbesondere unserer Bistumsheiligen sicher nichts wissen“, begründete er damals seine Haltung.