Freie Wähler-Parteichef Aiwanger: „Der Staat kann nicht noch fünf Jahre Corona managen“

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat sich für eine baldige Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen.

2020 09 24 Pk Wirtschaftsgespraech 28 Von 53.Jpeg
Foto: Wolfgang Czech

„Irgendwann wird man nicht mehr umhinkommen, auch zu öffnen und zu sagen, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Der Staat kann nicht noch fünf Jahre Corona managen“, sagte Aiwanger im „Frühstart“ von RTL/ntv. In diesem Herbst sollte der Staat „noch etwas darüber schauen“. Dennoch: „Wenn sich die Zahlen jetzt nicht massiv erhöhen sollten und die Hospitalisierung uns nicht davonläuft, sollten wir ernsthaft diesen Schritt überlegen, die Verantwortung in die Hände der Bevölkerung zurückzugeben“, so Aiwanger.

Vorläufig sei es aber richtig, die Menschen zu animieren, die 3G-Methoden anzuwenden und genügend eigene Vorsicht walten zu lassen. Auf die Drohungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bei steigenden Inzidenzzahlen eine 2G-Regel einzuführen, reagierte Aiwanger zurückhaltend: „Wir Freien Wähler sind weiterhin davon überzeugt, dass 3G die richtige Lösung ist. Geimpft, genesen, getestet.“ Niemand sollte ausgesperrt und ausgegrenzt werden. „Wir sind gut beraten, diese 3G Situation weiterhin zu akzeptieren“, so der der stellvertretende bayerische Ministerpräsident.

Aiwanger widersprüchlich zum Thema Impfung

Hubert Aiwanger hat die überragende Bedeutung des Impfens in der Bekämpfung der Corona-Pandemie anerkannt. „Das Impfen ist ein wichtiges Werkzeug, ich unterstütze das auch. Ich arbeite hier nicht dagegen“, so Aiwanger. Zugleich äußerte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident: „Trotzdem soll es die freie Entscheidung des Einzelnen bleiben, was er mit seinem Körper letztendlich tut.“

Aiwanger räumte ein, dass in der öffentlichen Debatte immer größerer Druck auf Ungeimpfte aufgebaut werde. In eigener Sache sagte er: „Ich will jetzt die Debatte von mir wegbekommen, nicht immer: ‚Lässt sich der Aiwanger impfen oder lässt er sich nicht impfen?‘“

Es seien immer noch 20 bis 30 Prozent der Menschen ungeimpft. „Diesen Leuten müssen wir Informationsangebote und Überzeugung anbieten, damit sie diesen Weg mitgehen“, so Aiwanger.