Die Freien Wähler Schwaben setzen bei der Landtagswahl 2023 in großer Geschlossenheit auf ein bekanntes Spitzenteam: Mit jeweils 98,5% der Stimmen haben die Delegierten am Sonntag beim Bezirksparteitag in der Memminger Stadthalle den Kemptener Alexander Hold, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, zu ihrem Spitzenkandidaten gekürt, gefolgt auf Listenplatz 2 vom nordschwäbischen Spitzenvertreter Dr. Fabian Mehring, dem parlamentarischen Geschäftsführer der FW-Regierungsfraktion.

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die Spitzenkandidaten der schwäbischen FW: Bezirkstags-Spitzenkandidat Prof. Dr. Phillip Prestel, Parlamentarischer Geschäftsführer Dr. Fabian Mehring, Landtagsvizepräsident Alexander Hold, Europaabgeordnete Ulrike Müller. Foto: Marina Jakob.

Beiden FW-Spitzenpolitikern trauten zuletzt verschiedene Medien zu, der CSU in ihren Heimatstimmkreisen im Herbst erstmals das Direktmandat streitig zu machen. Zudem versprachen sich die Delegierten, dass Hold und Mehring als Zugpferde für viele Zweitstimmen in ganz Schwaben wirken, wie Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm erklärte.

Auch auf den weiteren Plätzen warten die Freien Wähler Schwaben mit bekannten Gesichtern aus der überregionalen Politik auf. Vom dritten Listenplatz aus bewirbt sich die Europaabgeordnete Ulrike Müller aus dem Oberallgäu, die es nach fast 10 Jahren in Brüssel zurück nach München zieht, wo die Landwirtschaftsexpertin bereits von 2008 – 2014 im Landtag saß. Auf Listenplatz 4 wurde bei der Nominierungsversammlung der Kaufbeurer Abgeordnete Bernhard Pohl gewählt, der aktuell stellvertretender Fraktionschef der FW im Maximilianeum ist.

Zugleich wird die schwäbische Liste der Freien Wähler deutlich jünger und weiblicher. Nicht mehr auf der Schwabenliste stehen der 69-jährige Agrarexperte Dr. Leopold Herz und der 71-jährige Fraktions-Vize Johann Häusler. Beide beenden im Herbst ihre politischen Karrieren, weshalb sich FW-Bezirksvorsitzende Alexander Hold unter dem langanhaltenden Applaus des Bezirksparteitags für den unermüdlichen Einsatz beider Parlamentarier für die Belange Bayerisch-Schwabens bedankte. Als aussichtsreichste potenzielle Nachfolger können seit Sonntag drei Frauen gelten, die auf den nächsten drei Listenplätzen folgen. Darunter die 35-jährige Agraringenieurin Marina Jakob (Platz 5), die sich im von CSU-Skandalen gebeutelten Stimmkreis Günzburg bewirbt, die ehemalige Chefin der bayerischen Wirtschaftsjunioren Susen Knabner aus Kaufbeuren (Platz 6) und die frühere FW-Bürgermeisterin Claudia Schuster (Platz 7) aus Gersthofen.

Zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bezirkstagswahlen kürten die Freien Wähler den Dietmannsrieder Professor Dr. Philipp Prestel. Der Oberallgäuer, der seit fast fünf Jahren die FW-Fraktion im Schwabenparlament anführt, bringt als Hochschullehrer für Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit, Gerontologie, Organisation und Management eine außerordentlich wertvolle Expertise für die sozialen Aufgaben im Bezirkstag mit. Auf dem zweiten Platz folgt Dillingens FW-Kreischef Ulrich Reiner. Der 35-jährige Bissinger gilt als Hoffnungsträger der nordschwäbischen FW, seit er im vorletzten Jahr überraschend das beste Bundestagsergebnis seiner Partei in ganz Schwaben eingefahren hat. Auf die beiden, die mit jeweils 95,4% der Stimmen nominiert wurden, folgt die erfahrene Bezirksrätin und Mundartdichterin Johanna Hofbauer aus Marktoberdorf auf Platz 3.

„Durch den personellen Umbruch in den Reihen unserer Partner gilt Schwaben bei den Wahlen im Herbst bekanntlich als Achillesferse der CSU. Mit unseren beiden Listen sind wir bestens aufgestellt, um ein historisches Ergebnis einzufahren und dadurch den Einfluss unserer Heimat im bürgerlichen Lager zu sichern“, freut sich der Spitzenkandidat Alexander Hold über den einvernehmlichen Verlauf der Aufstellungsversammlung. Beste Erfolgschancen attestiert den Kandidaten seiner Gruppierung auch Fabian Mehring: „Weil alles für eine Fortsetzung unserer Bayernkoalition spricht, werben unsere Kandidaten im Herbst erstmals auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern von der CSU. In nicht wenigen Regionen Schwabens stellen sogar wir die etablierten Platzhirsche, gegen die sich Neueinsteiger behaupten wollen. In einer solchen Ausgangslage waren wir noch nie“, sagt Mehring und erhofft sich daher deutliche Zuwächse für Schwabens Freie Wähler.