Freunde finden im Internet: Geht das – und wie?

Eigentlich bietet das Internet heutzutage vielfältige Möglichkeiten für soziale Kontakte. Echte Freundschaften sind dabei aber selten. Stattdessen lauern leider viele Gefahren wie Pädophile oder Betrüger, die zum Beispiel eine romantische Beziehung vortäuschen, um an Geld zu kommen. Daher ist es interessant, einmal die Frage zu beantworten, ob es denn auch möglich ist, im Internet „wahre“ Freunde zu finden – und wenn ja, wie?

AdobeStock_282567767 Freunde finden im Internet: Geht das - und wie? Freizeit Thema | Presse Augsburg

Das Internet hat in den vergangenen drei Jahrzehnten die Welt grundlegend verändert. Das gilt für das Berufsleben ebenso wie für den privaten Bereich. Heutzutage ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass sich Paare über Dating-Plattformen oder Apps kennenlernen. Und soziale Netzwerke sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. An sozialen Kontakten mangelt es also eigentlich nicht. Dennoch fühlen sich immer mehr Menschen einsam. Trotz oder vielleicht gerade wegen diesen digitalen Kontaktmöglichkeiten lässt sich also eine Zunahme der sozialen Isolation beobachten. Betroffen sind davon vor allem ältere Generationen, allerdings lässt sich diese Entwicklung zunehmend auch bei jüngeren Personen feststellen – jenen also, die eigentlich viel im World Wide Web unterwegs sind. 

Immer mehr (junge) Deutsche fühlen sich einsam

Betroffen sind demnach rund neun Prozent der 20- bis 25-Jährigen, so das Ergebnis eines IW-Reports aus dem Jahr 2019. Jeder dritte Befragte gab zudem an, dass sich die Situation in den vergangenen Monaten und Jahren verschlechtert habe, also die Einsamkeit zunehme. Etwa jeder zehnte Millennial ist von Einsamkeitsgefühlen betroffen und noch höher sind die Zahlen vor allem bei Frauen sowie Migranten. Eine gefährliche Entwicklung, denn Einsamkeit ist nicht nur ein unangenehmes Gefühl, sondern kann auch krank machen oder sogar das Leben verkürzen

Soziale Netzwerke ersetzen keine Freundschaften

Die Gründe für die zunehmende Einsamkeit sind vielfältig und sicherlich in jedem Fall individuell. Doch tatsächlich spielt dabei auch die Digitalisierung eine Rolle. Denn digitale Kontakte können keine echte Freundschaft und das persönliche Treffen mit anderen Menschen ersetzen. Wer beispielsweise für das Studium von seinem Heimatort wegzieht, genießt mittlerweile zwar über WhatsApp, Facebook & Co mehr Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben, als noch vor wenigen Jahren. Trotzdem hilft das nicht ausreichend oder verschlimmert die Situation sogar. 

Denn wer nur noch am Smartphone oder vor dem Laptop sitzt, schließt weniger neue Freundschaften vor Ort und hat somit auch immer weniger persönliche Kontakte. Dieses ist nur ein Beispiel, weshalb das Internet nicht immer zuträglich ist und vor allem junge Menschen in den 20ern zunehmend von der Einsamkeit betroffen sind. 

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Gibt es echte Freundschaften also nur offline?

Als Konsequenz könnten sämtliche digitale Medien beiseite gelegt werden. Dann bleibt mehr Zeit, um aus dem Haus zu gehen, Hobbys zu beginnen oder auf anderen Wegen persönliche Kontakte zu knüpfen. Das ist durchaus möglich und im direkten Gespräch lassen sich immer noch am einfachsten sowie schnellsten wahre Freundschaften knüpfen. Trotzdem bedeutet das nicht, dass es nicht auch online machbar ist, tatsächlich neue Freunde zu finden – und diese dann natürlich auch wie jeden anderen „normalen“ Freund persönlich zu treffen. Online-Freundschaften sind also möglich, aber sollten dann eben nicht nur online, sondern auch offline geführt werden, um eine tatsächliche Qualität zu erlangen. 

Soziale Kontakte im Internet bergen Risiken

Allerdings muss an dieser Stelle zur Vorsicht gemahnt werden, denn gerade hier wimmelt es von zwielichtigen Gestalten, wie bereits eingangs erwähnt. Es ist also keinesfalls ratsam, sich einfach mit irgendjemandem zu verabreden oder zu viele persönliche Details preiszugeben, wenn man denjenigen noch nicht gut genug kennt. Das Knüpfen von Freundschaften erfordert im Internet umso mehr Zeit und Obacht – ist mit den folgenden Tipps sowie etwas gesundem Menschenverstand aber trotzdem machbar und sogar deutlich einfacher als die persönliche Suche nach neuen Freunden.

Zudem gibt es natürlich auch im persönlichen Kontakt gewisse Risiken. Ein Mensch, der auf den ersten Blick nett und harmlos wirkt, kann sich trotzdem als „schwarzes Schaf“ entpuppen. Viele der folgenden Grundregeln, sich zum Beispiel zu Beginn nur an belebten Orten zu treffen oder kein Geld zu verleihen, gelten daher ebenso für neue Freundschaften, die auf anderen Wegen als über das Internet geknüpft werden.

Tipps und Grundregeln für „Online-Freundschaften“

  1. Ebenso wie für das Dating oder das berufliche Netzwerken, gibt es im Internet auch spezielle Plattformen, um neue Freundschaften zu knüpfen. Es kann also durchaus sinnvoll sein, sich auf diesen anzumelden, denn so ist die Chance hoch, auf Gleichgesinnte zu treffen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber prinzipiell möchte hier jeder neue Freunde finden und somit dürfte es ziemlich einfach sein, zumindest einen ersten Kontakt zu Menschen aus der Region herzustellen, die ähnliche Interessen und ein ähnliches Alter haben. Hier lautet die Devise also: Gerne selbst die Initiative ergreifen und einfach mal den ersten Kontaktversuch unternehmen. 
  2. Es gibt aber auch viele weitere Möglichkeiten abseits solcher Plattformen, um Freundschaften zu knüpfen. Wie im „echten“ Leben auch, funktioniert das überall dort am besten, wo Menschen mit Gemeinsamkeiten aufeinandertreffen. Personen also, die dasselbe Hobby haben, denselben Beruf, dasselbe Haustier und so weiter. Theoretisch ist es somit in sämtlichen themenspezifischen Foren möglich, Kontakt zu „neuen Freunden“ aufzunehmen. Manchmal ergibt sich daraus nur ein Gespräch über eine gemeinsame Leidenschaft wie zum Beispiel der Austausch in einer Community über Online-Casinos, ein anderes Mal wird aus diesem einen Gespräch vielleicht ein weiteres, ein Nummernaustausch und schließlich ein persönliches Treffen. 
  3. Und auch soziale Netzwerke eignen sich natürlich hervorragend für die Kontaktaufnahme mit möglichen neuen Freunden. Allerdings macht es wenig Sinn, diesen einfach eine private Nachricht zu schicken, ob man sich treffen möchte. Das wirkt abschreckend und für das Gegenüber ist es schwierig, die Absichten des Absenders einzuschätzen. Stattdessen empfehlen sich auch hier themenspezifische Gruppen, zum Beispiel eben über Online-Casinos, Mode, Essen, Hunde, Sport oder was auch immer einen interessiert. Wenn sich hieraus Konversationen ergeben, können diese im privaten Chat weitergeführt und schließlich auch in eine „echte“ Freundschaft umgewandelt werden. 

Tatsächlich macht das Internet also die Kontaktaufnahme so leicht wie nie zuvor, schließlich findet sie weitestgehend anonym statt und somit tut ein „Korb“ weniger weh. Aus diesem Grund ist auch das Online-Dating heutzutage so beliebt. Wer die richtigen Kanäle aussucht, hat also gute Chancen, auf Menschen mit Freundschaftspotenzial zu treffen, sprich aus dem Umkreis und mit ähnlichen Interessen. Allerdings kommt es nicht nur auf die richtige Kontaktaufnahme an…

  1. …sondern anschließend ist auch ein persönliches Kennenlernen erwünscht. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich jedoch, den Kontakt langsam zu steigern, zum Beispiel erst über das Forum, dann über das Handy, dann per Videotelefonie und dann persönlich. 
  2. Gerade zu Beginn dürfen dabei noch nicht allzu persönliche Informationen wie die Adresse preisgegeben werden. Vorsicht ist also besser als Nachsicht, solange die Absichten des Gegenübers noch nicht mit Sicherheit eingeschätzt werden können. Jede Freundschaft braucht schließlich Zeit und muss sich langsam entwickeln. Irgendwann wächst das Vertrauen und dann können auch privatere Informationen geteilt werden. Vor allem, wenn das Gegenüber gezielt danach fragt, könnte das ein Warnzeichen darstellen. 
  3. Das erste Treffen sollte zudem niemals alleine sowie in einer privaten Umgebung stattfinden. Besser ist es, sich zu mehreren zu verabreden und zum Beispiel eine Freundin mitzubringen oder zumindest an einen belebten Ort zu gehen, wo im Notfall andere Menschen zur Hilfe eilen können. 
  4. Wichtig ist außerdem, der Person niemals Geld zu leihen, wenn man diese noch nicht lange oder gut genug kennt. Häufig handelt es sich dabei nämlich um Betrug und das Geld ist unwiderruflich verloren.

Wenn jemand zu verzweifelt nach Freunden sucht und die Sache daher zu schnell oder unvorsichtig angeht, kann gerade das Internet also viele Gefahren mit sich bringen. Doch wer geduldig ist, den Online-Freundschaften Zeit zum Wachsen gibt und auf den richtigen Kanälen sucht, der hat hier durchaus gute Chancen, um wahre Freundschaften fürs Leben zu schließen.