Friedberg Handball | Der letzte Angriff sicherte den Heimsieg über Kornwestheim

Die Friedberger haben in einem packenden Spiel gegen Salamander Kornwestheim den zweiten Saisonsieg geschafft. Beim 34:33 (18:16) führten die Handballer Mitte der zweiten Hälfte schon mit sieben Toren, ließen den Gegner dann aber wieder zurück und trafen erst mit dem letzten Angriff zur Entscheidung.

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Maier-Hasselmann behielt kurz vor dem Ende die Nerven. | Archivfoto: Dominik Mesch

Am Samstag Abend geschah zunächst etwas Ungewöhnliches: Friedberg hatte keine Probleme, aus dem Positionsspiel heraus Tore zu erzielen. Das war in den ersten Wochen dieser Spielzeit noch ganz anders gewesen und zeigt die erfolgreiche Entwicklung, die der junge Rückraum um Tizian Maier und Fabian Abstreiter durchlaufen hat. Unterstützt wurden die beiden an diesem Tag auf der Halbrechtsposition vom erfahrenen Manuel Vilchez – Moreno, denn Lukas Aigner war kurzfristig erkrankt und musste auf der Tribüne Platz nehmen. Außerdem feierte Stefan Knittl aus der Zweiten sein Debüt in der 3. Liga.

Es entwickelte sich ein sehr munteres Spiel, in dem beide Teams in der Abwehr kaum Zugriff hatten. Das 9:9 nach 13 Minuten war dann aber der letzte ausgeglichene Spielstand für eine lange Zeit, denn jetzt steigerte sich der TSV defensiv. Auch dank des guten Keepers Mile Matijevic holten sich die Hausherren eine 12:9 Führung. Dabei verloren sie aber Linksaußen Peter Haggenmüller, er zog sich einen Cut am Auge zu, der stark blutete, und blieb danach sicherheitshalber draußen.Nur wegen seiner schlechten Chancenverwertung schaffte es Friedberg nicht, sich noch deutlicher abzusetzen. Als das 14:10 endlich doch geschafft war, gönnten sich die Herzogstädter zur Unzeit eine Verschnaufpause, und binnen zwei Minuten war Kornwestheim mit dem 14:13 wieder dran. Der TSV steigerte sich in der Schlussphase der ersten Hälfte aber nochmals und holte sich eine 18:16 Führung.

Im zweiten Durchgang sah es zunächst nach einer klaren Angelegenheit aus. Maier und Abstreiter nahmen die gegnerische Deckung beinahe im Alleingang auseinander, Friedberg schaffte Tor um Tor und war nach 42 Minuten mit 29:22 vorne. Von Kornwestheim kam sehr wenig, Mitte der zweiten Hälfte nahm der Gästetrainer bereits seine dritte Auszeit und stellte auf eine offensive 4 – 2 – Deckung um.Das brachte die Herzogstädter völlig aus dem Konzept. Hatten sie den Gegner bis jetzt klar beherrscht, so verspielten sie innerhalb von sechs Minuten fast ihren gesamten Vorsprung. Technische Fehler, Pässe zum Gegner, Friedberg machte vorne plötzlich einen recht konfusen Eindruck. Als zehn Minuten vor Schluss Andreas Dittiger direkt Rot sah nach einem harten Foul, wurde es auf dem Parkett sogar kurz hektisch. Die souveränen Schiedsrichter trennten die Streithähne aber schnell, es konnte weiter gehen beim Stand von 30:29.

Noch hatte der TSV leichte Vorteile, da sich zumindest die Defensive stabil zeigte und die Quote der Ballverluste wieder stark zurück ging. Aber als Friedberg dreimal nacheinander den Pfosten traf, war der 32:20 Vorsprung weg: Kornwestheim schaffte vier Minuten vor dem Ende den 32:32 Ausgleich. Fabian Maier – Hasselmann behielt kurz darauf die Nerven und traf auch seinen zweiten Siebenmeter, aber Kornwestheim schlug postwendend zurück und vergab nach einem Friedberger Ballverlust eine gute Chance zur Führung über die zweite Welle. Mit dem 33:33 ging es in die Schlussminute, Friedberg war in Ballbesitz, noch 40 Sekunden waren auf der Uhr.

Der stark aufspielende Manuel Vilchez – Moreno kreuzte schließlich lang auf Halblinks, bekam den Ball und stieg aus elf Metern hoch. Wieder Pfosten! Aber Kreisläufer Claudio Schneck reagierte blitzschnell, warf sich in den Abpraller, fing ihn aus der Luft und hämmerte den Ball ins Eck.  Den letzten gegnerischen Angriff blockte der TSV, den harmlosen Roller konnte Keeper Benjamin von Petersdorff mühelos aufnehmen. Und das wars! Friedberg gewann eine packende Partie am Ende etwas glücklich mit 34:33 (18:16).

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Trainer Harald Rosenberger war nach dem Abpfiff völlig geschafft: „Was für ein Spiel! Wir hatten uns eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet, geben dann aber den Siebentore – Vorsprung wieder her. Kornwestheim hatte das Momentum auf seiner Seite, aber wir haben nicht nachgegeben und es doch noch geschafft. Es ist toll, wie die Jungs in den letzten Wochen auftreten. Man merkt, dass meine junge Mannschaft langsam die Erfahrung und die Cleverness entwickelt hat, um in dieser anspruchsvollen Liga zu bestehen. Jetzt werden wir uns einen Abend lang richtig freuen, aber schon nächste Woche werden wir weiter hart arbeiten, denn die kommenden Aufgaben werden nicht leichter.“

TSV: V. Petersdorff (27. – 47.; 55. – 60.); Matijevic (1. – 27.; 47. – 55.); Bieber; Knittl; Haggenmüller; Vilchez – Moreno (5); Augner; Schneck (5); Maier – Hasselmann (6/2); Maier (6); Dittiger (4); Lodemann (2); Abstreiter (6).

Domenico Giannino (gia)

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