Friedberg Handball | Erneute Pleiten für beide Herrenteams der Herzogstädter

Bei der SG Nußloch hat der TSV Friedberg auch das vierte Saisonspiel verloren. Nach dem 23:32 (10:17) mussten die Handballer auf dem Rückweg noch die gesperrte Geislinger Steige umfahren, was die gedrückten Stimmung nicht gerade aufhellen konnte.

20140921_rimpar-tsv_002 Friedberg Handball | Erneute Pleiten für beide Herrenteams der Herzogstädter Handball News News Sport 3. Liga Süd Damen Handball JSG Friedberg/Dasing Kissinger SC Landesliga Süd SG Nußloch SV München-Laim TSV Friedberg TV Großwallstadt | Presse Augsburg
Die Heimmannschaften hatten den TSV klar im Griff (hier Rimpar II vs. TSV II) | Foto: Oliver Riesenberger

Friedberg konnte unter der Woche nicht in Bestbesetzung trainieren, insgesamt sechs Spieler fehlten angeschlagen. Da kam viel Arbeit zu auf die neue Physiotherapeutin beim TSV, Sarah Krüger schaffte es jedoch, alle Akteure fit zu bekommen. Das war natürlich nicht die beste Vorbereitung auf die Partie beim Aufsteiger, der sich für die 3. Liga noch einmal massiv verstärkt hatte und zu den besten Teams in dieser Saison gehört. Jonathan Scholz, der ein Doppelspielrecht besitzt für Friedberg und Bietigheim, kam am Samstag zu seinem ersten Einsatz für die Herzogstädter. Man merkte ihm an, dass er noch nie zusammen mit den anderen trainiert hatte, aber er zeigte tollen Einsatz und warf ein Tor.

In den bisherigen Spielen war der TSV immer schlecht gestartet, doch diesmal hielten die Handballer in den ersten neun Minuten sehr gut mit und gestalteten die Begegnung offen. Bis zum 3:3 war das eine sehr ordentliche Leistung der Gäste.

Doch dann vergaßen die Herzogstädter das Handballspielen und wollten den Torerfolg erzwingen. In den folgenden acht Minuten versuchte der TSV zu oft gleich mit der ersten Offensivaktion einen Abschluss zu bekommen, doch dabei lief er der aufmerksamen Nußlocher Defensive ins offene Messer. Die konterstarke SG fing diese unvorbereiteten Versuche leicht ab und fuhr einen Tempogegenstoß nach dem anderen. Zudem verletzte sich Felix Augner in dieser Phase noch am Oberschenkel, er konnte nicht mehr weiterspielen.

Friedberg geriet rasch in Rückstand, nach dem 5:9 in der 18. Minute nahm Trainer Harald Rosenberger die Auszeit. Bis zur Pause konnte der TSV jedoch nicht mehr an die starke Vorstellung zu Beginn anschließen. Die Mannschaft machte einfach zu viele Fehler, im Angriff gelang nicht mehr allzu viel. Man merkte, dass die Vorbereitung auf dieses schwere Spiel alles andere als ideal verlaufen war, Nußloch hatte keine große Mühe, sich weiter abzusetzen. Beim Stand von 10:17 ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es ein paar Minuten, bis die Gäste wieder in die Partie fanden. Erst, nachdem die SG den Abstand auf zehn Tore gestellt hatte, lief es plötzlich wieder besser. Zwischen der 37. und 47. Minute spielte Friedberg richtig guten Handball, die Mannschaft konnte da ihr gesamtes Potiential abrufen. Es gelang ihr, von 15:23 auf 20:26 heranzukommen. Mile Matijevic, der in der Pause für Benjamin von Petersdorff ins Tor gekommen war, zeigte einige schöne Paraden, Lukas Aigner und Fabian Abstreiter konnten ihre Abschlussstärke gut ausspielen. Zudem traf Simon Lodemann alle seine vier Siebenmeter, eine ausgezeichnete Quote.

fcaugsburg_hertha Friedberg Handball | Erneute Pleiten für beide Herrenteams der Herzogstädter Handball News News Sport 3. Liga Süd Damen Handball JSG Friedberg/Dasing Kissinger SC Landesliga Süd SG Nußloch SV München-Laim TSV Friedberg TV Großwallstadt | Presse Augsburg

Aber zu einem Punktgewinn sollte es an diesem Tag nicht reichen. Nußloch war gegen eine zu fehleranfällige Friedberger Mannschaft zu stark, die Hausherren spielten nach ihrem Zwischenspurt Mitte der ersten Halbzeit insgesamt sehr ungefährdet auf. Friedberg steckte nie auf und gab alles, doch der Mannschaft fehlten gegen die aufmerksame gegnerische Deckung oft die Mittel.

Der Sechstore – Rückstand wuchs in der Schlussphase noch etwas an, Friedberg konnte die vierte Niederlage nicht verhindern. Immer, wenn die Herzogstädter den Ball lange laufen ließen im Angriff, kamen sie zu guten Torchancen. Doch die dafür nötige Disziplin und Abgeklärtheit entwickelten die Handballer an diesem Tag zu selten, zu oft schlossen sie überhastet ab und verloren den Ball. Am Ende setzte sich Nußloch verdient mit 23:32 (10:17) durch und steht damit weiterhin an der Tabellenspitze. Friedberg hingegen belegt den Platz am anderen Ende des Klassements.

„Heute lief leider nicht viel zusammen bei uns“, sagte Trainer Harald Rosenberger. „Wir hatten zwei gute Phasen, zu Beginn und dann Mitte der zweiten Halbzeit. Doch das reicht gegen einen solch starken Gegner nicht. Vorne haben wir sehr viele Fehler gemacht und Nußloch immer wieder zu Kontern eingeladen. Aber diese Niederlage ist kein Beinbruch, die Mannschaft hat gut gekämpft und wird sicherlich positive Ansätze für ihre sportliche Weiterentwicklung ziehen aus diesem Tag. Wir werden in der kommenden Woche eine Topvorbereitung hinlegen auf das nächste Heimspiel und haben uns fest vorgenommen, da vieles besser zu machen.“

TSV: V. Petersdorff (1. – 30.); Matijevic (31. – 60.); Schnitzlein; Haggenmüller; Vilchez – Moreno; Augner; Aigner (1); Schneck (3); Maier – Hasselmann (2); Maier (1); Scholz (1); Dittiger (5); Lodemann (7/4); Abstreiter (3).

Auch die TSV Friedberg -Bayernligamannschaft verliert auswärts

20140921_rimpar-tsv Friedberg Handball | Erneute Pleiten für beide Herrenteams der Herzogstädter Handball News News Sport 3. Liga Süd Damen Handball JSG Friedberg/Dasing Kissinger SC Landesliga Süd SG Nußloch SV München-Laim TSV Friedberg TV Großwallstadt | Presse Augsburg
Der TSV II tut sich weiterhin schwer. | Foto: Oliver Riesenberger

Die Friedberger Zweite hat auch ihr zweites Saisonspiel verloren. Bei der Zweiten von Rimpar gab es eine 22:28 (11:15) Niederlage.

Die Handballer waren am frühen Sonntagnachmittag zu Gast bei der Reserve des aktuellen Spitzenreiters der Zweiten Bundesliga. In Rimpar hielt der Aufsteiger die erste Viertelstunde sehr gut mit, der TSV löste seine Aufgaben im Angriff mit spielerischen Mitteln und gestaltete die Anfangsphase offen. Und dass, obwohl der TSV kurzfristig auf Alexander Kurtenbach verzichten musste. Der Rückraumshooter war erkrankt und musste Antibiotika nehmen, da war an einen Einsatz natürlich nicht zu denken. Den Ausfall kompensierte Friedberg mit einer guten Mannschaftsleistung, die Deckung arbeitete gut und hielt den Gegner effizient vom Tor fern.

Doch dies änderte sich nach einer Viertelstunde. Nach dem 4:5 stellte sich Rimpar immer besser auf die Angriffsbemühungen der Gäste ein, der Gegner hatte das System durchschaut und konnte die Friedberger Angreifer jetzt sehr gut in Schach halten. Der TSV ließ nun auch in der Defensivarbeit nach, so dass sich die Hausherren auf 6:10 absetzen konnten.

Bis zur Pause blieb der Abstand konstant. Friedberg stabilisierte sich wieder, hatte jetzt aber eine zu hohe Fehlerquote im Angriff. Insgesamt acht technische Fehler und 21 Fehlwürfe waren zu viel, um die sich bietenden Chancen nutzen zu können. So führte Rimpar nach 30 Minuten mit 11:15.
Der Start in die zweite Hälfte gelang den Herzogstädtern, rasch hatten sie den Anschluss zum 13:15 wiederhergestellt. Doch dann gelang den Friedbergern nichts mehr, die Sicherheit in der Deckung ließ nach, Rimpar kam zu fünf Toren am Stück und war nach 40 Minuten mit 13:20 vorne.

Simon Schwarz machte eine gute Partie auf der für den Außen ungewohnten Mittelposition, aber auch seine Spielübersicht konnte nicht verhindern, dass die Vorentscheidung bereits gefallen war. Friedberg warf einfach zu wenig Tore, die Gäste waren im Spielvortrag zu schematisch und vergaben auch zu viele Chancen. So konnte der TSV erst in der Schlussphase wieder auf 20:25 verkürzen, die Umstellung auf eine offensive 4 – 2 – Deckung überraschte die Gastgeber kurzfristig. Doch für eine echte Aufholjagd war es da bereits zu spät, Friedberg war dafür nicht konstant genug. Besonders das Angriffsspiel konnte den hohen Ansprüchen, welche die Bayernliga für jede Mannschaft stellt, nicht genügen. Nach 60 Minuten setzte sich Rimpar 2 letztendlich ungefährdet mit 22:28 (11:15) durch.

Trainer Marcus Wuttke wusste um die Gründe für die Niederlage: „Momentan sind wir im Angriff einfach zu harmlos. Wir agieren zu schematisch, uns fehlt die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Heute war außerdem unsere Fehlerquote viel zu hoch, wir haben zu oft den Ball verloren und unsere klaren Chancen nicht nutzen können. Rimpar hat das gut ausgenutzt und verdient gewonnen. Wir müssen jetzt im Training intensiv daran arbeiten, dass wir im Angriff gefährlicher werden. Sonst werden wir noch lange auf unseren ersten Sieg warten müssen.“

TSV: Bieber; Dorsch; Heekeren (5); Schneider (1/1); Knittl (6/4); Kisch; Basch (1); Spremann (2); Schwarz (4); Hartl; Handelshauser; Grobe (3).

Domenico Giannino (gia)  

20140921_rimpar-tsv_001 Friedberg Handball | Erneute Pleiten für beide Herrenteams der Herzogstädter Handball News News Sport 3. Liga Süd Damen Handball JSG Friedberg/Dasing Kissinger SC Landesliga Süd SG Nußloch SV München-Laim TSV Friedberg TV Großwallstadt | Presse Augsburg
Foto: Oliver Riesenberger

Mehr Handball aus der Region:

Landesliga Süd Damen
Kissinger SC – SV München-Laim 23:21

Bayernliga A-Jugend
JSG Friedberg/DasingTV Großwallstadt 29:23