Die Friedberger Erste hat sich mit 21:16 (9:8) gegen den VfL Günzburg durchgesetzt. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres hatten die Handballer gegen den Aufsteiger zunächst Anlaufschwierigkeiten, machten dann aber im Verlauf der zweiten Hälfte den Sack zu.

Trainer Manuel Vilchez – Moreno hatte sich für die offensive 3 – 2 – 1 – Deckung der Gäste folgende Taktik einfallen lassen: Er ließ seinen Distanzschützen Fabian Abstreiter zunächst nur in der Defensive auflaufen und brachte Andreas Dittiger auf Halblinks, der sich als zweiter Kreisläufer in den gegnerischen Deckungsverbund verschieben sollte.

Aber zunächst waren Tore Mangelware. Erst nach acht Minuten gelang dem TSV Friedberg der erste Treffer des Spiels, Günzburg brauchte bis zum 1:1 sogar über elf Minuten. Das lag an einerseits an der schwachen Chancenverwertung beim TSV, der sich mehrmals schön durch kombinierte, dann aber seine freien Würfe liegen ließ. Aber dafür stand die Defensive der Gastgeber enorm sicher, Günzburg entwickelte so kaum einmal echte Torgefahr.

Nach 21 Minuten kam dann Abstreiter doch zum Einsatz in der Offensive. Mit seiner ersten Aktion erzielte er gleich den Treffer zum 7:4, verletzte sich dabei aber am Fuß und musste, unterstützt von zwei Betreuern, vom Feld humpeln. Das verschlechterte die Friedberger Angriffsbemühungen zusätzlich, Günzburg kam zum Ausgleich und musste erst wenige Sekunden vor der Pause den erneuten Rückstand zum 9:8 hinnehmen.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie auf überschaubarem Niveau. Zwar war Abstreiter wieder mit dabei, dennoch hakte es bis zum 13:13 nach 41 Minuten bei beiden Teams im Angriff. Kurz nach Wiederbeginn feierte zudem Mitte Manuel Scholz sein Comeback nach langer Verletzungspause. Der Neuzugang hatte Friedberg wegen Rückenproblemen lange gefehlt und sprang gleich wieder mit seiner Spielübersicht und mehreren glänzend vorbereiteten Treffern in die Bresche. Er selbst konnte noch keinen Treffer erzielen, seinen Siebenmeter konnte der frühere Friedberger Patrick Bieber parieren.

Erst nach der Hereinnahme von Keeper Benjamin von Petersdorff und einer gehörigen Steigerung bei der Defensivarbeit kam der TSV wieder in Vorteil. Bis zum Ende sollte Friedberg nur noch drei weitere Gegentreffer kassieren, dafür gewannen die Gastgeber mehrere Bälle und trafen per Gegenstoß. Dieser Zwischenspurt brachte binnen dreier Minuten eine 17:13 Führung. Nach 46 Minuten sah zudem der Günzburger Michael Jahn direkt Rot, nachdem er Alexander Schneider beim Gegenstoß zu Fall gebracht hatte.

Günzburg kam nur noch einmal auf 18:15 heran, in dieser Phase hatte der TSV vorne wieder einiges liegengelassen. Sechs Minuten dauerte die Flaute, dann erzielte Thomas Wagenpfeil mit einem herrlichen Heber das 19:15. Diesen Vorsprung ließ sich der Dritte der Bayernliga nicht mehr nehmen. Von Petersdorff entschärfte mehrere freie Bälle, jetzt hatte der TSV alles im Griff und gewann schließlich nach holprigen 40 Minuten doch noch souverän mit 21:16 (9:8).

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Vilchez – Moreno zog folgende Bilanz: „Schade, dass wir in der ersten Hälfte so viele gute Chancen vergeben haben, denn eigentlich haben wir nicht schlecht gespielt. Wir konnten uns aber immer auf unsere Abwehr verlassen, dagegen fand Günzburg nie ein echtes Mittel. Wir alle freuen uns sehr über den Sieg im Derby und auch darüber, dass Manuel Scholz wieder dabei ist. Er macht unser Team viel besser.“

Docampo (1. – 41.); V. Petersdorff (41. – 60.); T. Müller; Haggenmüller (2/2); Wagenpfeil (2); Thiel (1); Tob. Müller (1); A. Grobe (1); Schwarz (2); Aigner (4); Dittiger (2); Abstreiter (4/1); Scholz; A. Schneider (2).

Domenico Giannino (gia)