Fronleichnam | Pontifikalgottesdienst im Hohen Dom zu Augsburg

Am kommenden Donnerstag, 11. Juni, feiern die katholischen Christen weltweit Fronleichnam. Mit dem „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ verehrt die Kirche die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Im Hohen Dom zu Augsburg wird dazu um 9 Uhr ein Pontifikalamt gefeiert, dem Bischof Dr. Bertram Meier vorsteht.

2018-05-31-Fronleichnam-–-73 Fronleichnam | Pontifikalgottesdienst im Hohen Dom zu Augsburg Augsburg Stadt Kunst & Kultur News Augsburg Bischof Bertram Meier Dom Fronleichnam | Presse Augsburg
Foto: Wolfgang Czech

Die traditionelle Fronleichnamsprozession durch die Augsburger Innenstadt kann heuer wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen wird an einem Altar außerhalb des Doms (Domplatz) eine Statio gehalten. Vor dort aus wird Bischof Bertram auch den eucharistischen Segen über die Stadt Augsburg spenden. Die Gläubigen werden gebeten, währenddessen im Dom zu bleiben.

„Fronleichnam fällt heuer nicht aus!“, wendet sich Bischof Bertram an die Gläubigen. „Aber wir werden es anders begehen als gewohnt.“ Er lädt deshalb alle zur Mitfeier auch der eucharistischen Andachten ein, die am Donnerstag in vielen Pfarrgemeinden im Anschluss an die Gottesdienste sein werden.

Die genauen Termine und Gottesdienstzeiten hierfür gibt es in der Gottesdienstdatenbank auf der Bistumshomepage

Ab dem kommenden Freitag, 12. Juni, wird im Dom auch wieder die Eucharistische Anbetung aufgenommen. Nach der Heiligen Messe ist hierfür die Lukaskapelle in der Nähe des Südportals von Montag bis Samstag jeweils von 10.15 bis 12.15 Uhr geöffnet.

Stichwort „Fronleichnam“

Der Begriff „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen vrône lîcham, ‚des Herren Leib‘, ab.

Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi im Altarsakrament wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Es geht auf eine Vision der heiliggesprochenen Augustiner-Chorfrau Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurück. Sie habe in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus habe ihr dazu erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarsakraments.

Mit einer Sakramentsprozession wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen.

Auch im Bistum Augsburg hat das Fronleichnamsfest eine besonders lange Tradition: Bereits 1286 fand in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession Bayerns statt.

Ihren Höhepunkt an festlicher Ausgestaltung erreichten die Fronleichnamsprozessionen im 15. und 16. Jahrhundert. Damals wurden in geistlichen Prozessionsspielen Themen aus der Heilsgeschichte inszeniert.

Während der Zeit des Nationalsozialismus diente die Fronleichnamsprozession vielen als Demonstration ihres Glaubens gegen die nationalsozialistische Diktatur. Auch in der DDR galt die Teilnahme an einer Fronleichnamsprozession als öffentliches Bekenntnis zum Katholizismus und als Zeichen für die Ablehnung der SED-Diktatur