Ewald Lienen sieht die Fußballvereine beim Thema Investoren in der Verantwortung. „Es kommt immer darauf an, wie sich ein solcher Investor einbringt. Wenn er die Ideale eines Vereins hochhält, dann kann das gut sein und den Verein voranbringen“, sagte der Technische Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli der „Rheinischen Post“ mit Blick auf den Einstieg eines Investors bei Hertha BSC. Die Vereine müssten ihre Eigenständigkeit bewahren, das sei wichtig. Fußball liegt vor Freistoßspray, über dts Nachrichtenagentur

„Die kann allerdings auch verloren gehen, wenn ein Klub nur 25 Prozent seiner Anteile abgibt, wenn er sich dabei total abhängig macht von einem Investor, siehe den Hamburger SV. Egal was die Vereine tun, sie müssen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein.“ Beim FC St. Pauli versuch man, in allen Bereichen nachhaltig zu sein. Kritik übte Lienen am französischen Topklub Paris Saint-Germain.

„Das, was Paris Saint-Germain gemacht hat, ist für mich nicht  akzeptabel. Ich meine natürlich den Neymar-Transfer. Die Ablösesumme ist schlicht und ergreifend obszön.“ Damit seien alle Relationen gesprengt worden, jeder dritte Spieler koste jetzt 40 bis 80 Millionen Euro.

„Es muss Grenzen geben, da sind die Klubs und die Verbände gefordert, dem Einhalt zu gebieten.“ Der Ursprung des Problems liege in Spanien. Dort schreibe ein Gesetz vor, dass jeder Spieler eine Klausel in seinem Vertrag haben müsse, mit der er sich freikaufen könne. „Bei Neymar wurde eine Fabel-Summe formuliert, die dann gezahlt wurde. Der Neymar-Transfer hat dem Fußball geschadet“, so Lienen.