FV Illertissen zieht nach Pokalfight gegen die SpVgg Bayreuth in das Pokal-Halbfinale ein

War das ein Pokalfight im Viertelfinale des bayerischen Totopokals zwischen dem FV Illertissen und der SpVgg Bayreuth am Dienstagabend. Drei Elfmeter, davon zwei verschossen ,eine rote Karte und ein Spiel bei dem beide Mannschaften zeigten, warum sie derzeit so erfolgreich sind. Das Ende hatte der FV Illertissen mit 2:1(1:0) für sich, setzte seine Erfolgsserie eindrucksvoll fort. Daniel Dewein und Semir Telalovic bei einem Gegentreffer von Nicolas Andermatt sorgten dafür, dass der FVI erneut ins Halbfinale einzog. Gegner können dann der TSV 1860 München, der TSV Aubstadt oder der Sieger der noch ausstehenden Partie zwischen dem FC Schweinfurt 05 und Kickers Würzburg sein.Fv Illertissen Bayreuth Viertelfinale Totopokal

Ausgelost werden die beiden Halbfinalspiele am 30. November, gespielt wird im März oder April, der Termin steht noch nicht fest. Fest steht aber der Termin für das Finale, das am 21. Mai angepfiffen wird. „So weit wollen wir aber noch nicht denken“ bremste ein strahlender Illertisser Trainer Marco Konrad. „Wir freuen uns erst einmal über den Sieg gegen einen bärenstarken Gegner. Das war ein toller Abend, meine Jungs haben sich den Erfolg verdient. Da war alles drin, drei Elfmeter, eine rote Karte und zwei sehr gute Mannschaften, die beweiesen, dass sie zu Recht vorn stehen in der Tabelle.“ Recht hatte er, denn das Spiel war nie langweilig, beide Mannschaften warfen alles rein. In der Anfangsphase beeindruckten zunächst die Bayreuther, machten viel Druck, die Illertisser hatten alle Hände(sprich Beine)voll zu tun. Auch vor den Toren tat sich sehr bald einiges, beginnend mit einem gefährlichen Kopfball des Illertisser Abwehrspielers Marius Wegmann nach einer Ecke(8.). Fast im Gegenzug verfehlte der Bayreuther Mittelfeldspieler Edwin Schwarz mit einer Direktabnahme knapp. Es ging munter weiter und in der 12. Minute pfiff Schiedsrichter Stefan Treiber(Neuburg) Elfmeter für Illertissen. Ausgerechnet der ehemalige Illertisser Alexander Nollenberger hatte Semir Telalovic gefoult. Doch Torhüter Lucas Zahaczewski fischte den von Maurice Strobel ausgeführten Strafstoß aus dem Eck. Jetzt sah man aber, was den FV Illertissen derzeit so stark macht. Die Spieler, einschließlich des Schützen, ließen angesichts dieses Missgeschicks die Köpfe nicht hängen. Im Gegenteil, sie übernahmen mehr und mehr die Initiative, der Lohn war in der 25. Minute der Führungstreffer. Marius Wegmann hatte an der Auslinie in der gegnerischen Hälfte sehr geschickt den Ball erobert, legte vor Daniel Dewein vor. Der Lief aus spitzem Winkel aufs Tor, zog einfach ab und überraschte Torhüter Lucas Zahaczewski mit einem Schuss ins kurze Eck zum 1:0. Irgendwie wurde der Bayreuther Torhüter, der dabei nicht gut aussah, zur tragischen Figur in diesem Spiel. Denn kurz vor der Pause wollte er einen Rückpass nach vorn schlagen, rutschte aber aus, sodass Semir Telalovic, allerdings von der Mittellinie aus, das leere Tor vor sich hatte, jedoch daneben zielte.

Nach einer guten Stunde(65.) war erneut der Bayreuther Mann zwischen den Pfosten Hauptakteur, denn er foulte Semir Telalovic im Strafraum, verursachte einen Elfmeter. Diesmal hatte er aber gegen den Schuss des gefoulten keine Chance, der zum 2:0(65.) verwandelte. Wer geglaubt hatte, das Spiel sei nun entschieden, sah sich sehr bald getäuscht. Der zur Pause eingewechselte Bayreuther Routinier Anton Makarenko war im Strafraum gefoult worden, führte den fälligen Strafstoß selbst aus, scheiterte aber an Torhüter Felix Thiel. Jetzt aber war doch alles klar. Nein, auch dann nicht, denn in der 78. Minute zog Nicolas Andermatt aus gut zwanzig Metern einfach ab. Sein Schuss wurde unhaltbar abgefälscht und es stand 2:1.

Es wurde immer dramatischer, die Bayreuther warfen alles nach vorn, es spielten sich turbulente Szenen ab. So auch in der Nachspielzeit, als es nach einem Foulspiel zu einer Rudelbildung am Spielfeldrand kam im Verlauf derer der bereits ausgewechselte Bayreuther Patrick Weimar die rote Karte sah. Der eingewechselte Natsuhiko Watanabe hätte bereits in der 6minütigen Nachspielzeit alles klar machen können, lupfte aber allein vor dem Torhüter den Ball übers Gehäuse. „Kompliment an beide Mannschaften“ resümierte der Bayreuther Trainer Timo Rost.“ Das war ein Pokalfight wie er im Buche steht von zwei starken Mannschaften.“