Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck plädiert dafür, dass die CDU nach der Landtagswahl in Thüringen auch mit der Linkspartei spricht. „Ich muss doch imstande sein, einen Hardcore-Kommunisten, der Mitglied in der Linken ist, zu unterscheiden von einem Ministerpräsidenten, der aus der gewerkschaftlichen Tradition stammt und der doch gezeigt hat, dass er mit einem linken Profil dieser Gesellschaft nicht schadet“, sagte Gauck der RTL/n-tv-Redaktion. Er spielte damit auf Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) an. gauck-will-von-thueringer-cdu-offenheit-fuer-linkspartei Gauck will von Thüringer CDU Offenheit für Linkspartei Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen 2017 AfD Buch Bundespräsident CDU Deutschland Ergebnis Es Gauck Hass Joachim Gauck Koalition Landtag Landtagswahl laut Linke Linkspartei MAN Menschen Mitglied Neu OB Partei Parteitag Prozess Thüringen Tradition | Presse AugsburgLinkspartei-Logo auf Parteitag, über dts Nachrichtenagentur

„Das heißt, dass wir unter Umständen auch mal neu hinschauen müssen und unsere früheren Abgrenzungen nochmal überprüfen. Auch parteipolitisch“, so der Altbundespräsident weiter. Thüringen wählt am 27. Oktober einen neuen Landtag.

Es wird ein knappes Ergebnis erwartet. Laut den Umfragen liefern sich Linkspartei, AfD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Wahlsieg. Unklar ist, ob die derzeitige rot-rot-grüne Koalition unter Ramelow weiterregieren kann. „Wir müssen unseren Toleranzbegriff erweitern“, forderte Gauck.

Dann gehe es soweit, „dass ich manche Dinge, die existieren, überhaupt nicht mag. Ich finde sie sogar abstoßend oder reaktionär“. Solange sie aber auf dem Boden des Grundgesetzes stünden und nicht zu Hass und Menschenfeindlichkeit aufriefen, müsse man das tolerieren, so der frühere Bundespräsident weiter. „Ich nenne das kämpferische Toleranz. Das heißt, ich streite mit den Leuten“, sagte Gauck, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident war.