GDL-Chef Weselsky kündigt neuen Streik bei der Bahn an

Millionen Pendler und Reisende werden in Kürze von einem erneuten tagelangen Stillstand im deutschen Schienenverkehr getroffen. „Wir werden die Streiks ausweiten“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Die Deutsche Bahn könne das nur noch mit einem raschen neuen Tarifangebot verhindern.

Gdl Chef Weselsky Kuendigt Neuen Streik Bei Der Bahn AnClaus Weselsky, über dts Nachrichtenagentur

Der Chef der Lokführergewerkschaft geht davon allerdings nicht aus. „Ich erwarte nicht, dass sich die Manager auf den Rücken legen und sagen: Wir wollten dem Weselsky immer schon seine Wünsche erfüllen.“ Der GDL-Chef stellt damit auch klar, dass ein neuer Streik länger dauern wird, als der 48-stündige in der vergangenen Woche.

„Je länger wir streiken, desto stärker ist die Reaktion der Öffentlichkeit. Wenn das Management meint, sie halten den Frust der Bürger länger aus als die Mitarbeiter, dann sage ich ihnen: Sie verschätzen sich“, sagte Weselsky. Möglich erscheint ein erneutes monatelanges Tauziehen wie 2014 und 2015. Damals zwang die GDL die Bahn in mehreren, sich über Monate steigernden Streikwellen in die Knie.

Auch Ferienreisende könnte der nächste Arbeitskampf härter treffen. Hatte die GDL beim ersten Streik vergangene Woche den Wochenend-Reiseverkehr noch geschont und die Züge wieder fahren lassen, will der GDL-Chef das nun nicht mehr garantieren. „Streiks am Wochenende kann ich nicht ausschließen“, sagte Weselsky. „Je länger Streiks dauern, desto schwieriger wird es, die Wochenenden auszunehmen.“

Allerdings werde seine Gewerkschaft Arbeitsniederlegungen etwas früher ankündigen. Am kurzen Vorlauf von einem halben Tag hatte es zuletzt heftige Kritik gegeben. Die GDL kämpft in dem Tarifstreit mit der Bahn um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen, aber auch um mehr Einfluss im Konzern. Auf konkrete Anfrage der dts Nachrichtenagentur vom Dienstagmorgen, wann der nächste Streik angekündigt wird, gab es bis zum Nachmittag keine konkrete Antwort.

Es seien bereits zahlreiche Presseanfragen dieser Art eingegangen, sagte eine Sprecherin in Frankfurt.