Dompfarrer Armin Zürn und Bistumshistoriker Dr. Thomas Groll haben gestern an der Konradsäule des Hohen Doms eine Gedenktafel zur Erinnerung an die „Augsburger Bombennacht“ vom 25. auf den 26. Februar 1944 enthüllt.

Text-der-Gedenktafel_Foto-Annette-Zoepf Gedenktafel zur Erinnerung an die „Augsburger Bombennacht“ enthüllt Augsburg Stadt News Politik Augsburger Bombennacht Augsburger Dom Gedenktafel | Presse Augsburg
Foto: Annette Zoepf/pba

Die beiden Domkapitulare hatten zuvor gemeinsam mit Weihbischof Josef Grünwald, einem Zeitzeugen von damals, und Pfarrer Michael Heinrich aus der Pfarreiengemeinschaft Stein einen Gottesdienst gefeiert. Aus der zu dieser Pfarreiengemeinschaft gehörenden Pfarrei Missen stammte der frühere Domkaplan Johann Aichele. Er hatte in der Bombennacht zusammen mit dem damaligen Dommesner Wendelin Seitz und Ministranten als jugendlichen Helfern verhindert, dass der Dom ausbrannte.

Wie Dompfarrer Zürn in seiner Predigt hervorhob, hätten bei der Rettung des Doms jedoch viele Personen zusammengewirkt. Bereits mit Beginn des Krieges sei der Dachboden imprägniert worden, damit er Bränden besser standhalten konnte. Man habe auf dem Dach Sand deponiert, um Feuer löschen zu können. Türstöcke seien mit Kalk signalisiert worden, um sich nachts besser orientieren zu können. Für den Ernstfall, der dann in der Bombennacht eingetreten sei, habe man sich vorbereitet und es habe eine Ausbildung dafür gegeben. Das alles sei sehr vielschichtig gewesen, fasste Dompfarrer Zürn deshalb zusammen. Er nannte dabei auch Soldaten, namenlose Helfer und die Feuerwehren aus Schabringen und Mödingen, die beim Einsatz nach der Bombardierung geholfen hätten. Die beiden Feuerwehren waren auch heute im Dom mit Abordnungen vertreten. Dompfarrer Zürn: „Da waren so viele beteiligt, dass ich nur staunen kann, welchen Mut die Menschen in dieser extremen Bombennacht aufgebracht haben.“ Wenn man all das betrachte, dann könne man nur staunen. „Das ist ja eigentlich schon das große Wunder.“