Gefahren durch Wespen- und Bienenstiche nicht unterschätzen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rät zur Vorsicht bei Wespen- und Bienenstichen. Huml betonte: „Ein Wespen- oder Bienenstich ist nicht nur schmerzhaft, er kann auch zu heftigen allergischen Reaktionen und sogar zum Tod führen. Deshalb sollten die Gefahren durch Wespen- und Bienenstiche nicht unterschätzt werden. „

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Symbolbild | skeeze / Pixabay

Experten zufolge reagieren zirka 3,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland allergisch auf Insektengift. Über 17 Prozent zeigten dem Gesundheits-Survey des Robert Koch-Instituts zufolge in medizinischen Tests eine Immunreaktion auf Wespengift, bei Bienengift liegt diese Rate bei knapp über 11 Prozent. Huml ergänzte: „Um Allergien und Überreaktionen unter anderem für Insektengifte bei Vorschulkindern in Bayern zu untersuchen, fördert das Bayerische Gesundheitsministerium ein Pilotprojekt des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit rund  50.000 Euro Im Landkreis Günzburg. Dabei nehmen Kinderärzte bei der U9-Untersuchung Blutproben. Darüber hinaus füllen die Eltern einen Fragebogen aus, in dem auch auf allergische Reaktionen eingegangen wird.  Das Wissen, ob man an einer Insektenstichallergie leidet, ist für eine schnelle Therapie im Ernstfall entscheidend.“

Huml, die approbierte Ärztin ist, erläuterte: „Bienen und Wespen gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten Auslösern von Insektengiftallergien. Allergiker bekommen bei einem Stich etwa einen rasch auftretenden Hautausschlag am ganzen Körper, Schweißausbruch, Schwindel oder Atemnot, sie verlieren häufig das Bewusstsein und es kann zu einem Herz-Kreislaufstillstand kommen. Im schlimmsten Fall tritt ein anaphylaktischer Schock ein, eine allergische Extremreaktion des Organismus. Hier muss dem Patienten sofort Adrenalin gespritzt werden.“

Huml fügte hinzu: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie gegen Wespen- oder Bienengift allergisch sind. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Anhand von Hauttests und dem Nachweis spezifischer Antikörper im Blut kann man untersuchen lassen, ob man tatsächlich an einer Wespen- oder Bienengiftallergie leidet. Auskünfte erteilen Haus- und Fachärzte.“

Immer Notfallset mitführen

In jedem Fall sollten Wespen- und Bienengiftallergiker ein Notfallset mit sich führen, um bei einem Stich mit Antihistamin und Adrenalin einen allergischen Schock sofort verhindern zu können. Für Personen mit einer nachgewiesenen Wespen- oder Bienengiftallergie kommt als Therapie unter anderem die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage. Dabei wird das jeweilige Insektengift unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht in jeweils ansteigenden Konzentrationen über einen längeren Zeitraum unter die Haut gespritzt. Ziel ist, heftige und potentiell lebensbedrohliche Reaktionen nach einem erneuten Stich zu vermeiden. Gerade bei der Insektengiftallergie können mit der Hyposensibilisierung Erfolgsraten bis zu 95 Prozent erreicht werden.