Geldanlage Fonds – das gilt es zu beachten

Angesichts eines Zinssatzes von aktuell nur wenig mehr als null Prozent rentieren sich klassische Geldanlageprodukte wie Lebensversicherung, Bundesanleihen oder Festgeld kaum noch. Und die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt derzeit wenig Anlass zu der Hoffnung, dass sich an dieser Situation bald etwas ändert. Welche Optionen bleiben Sparern?

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Photo by geralt on Pixabay

Aktien sind von der Zinspolitik der EZB weniger betroffen. Denn für den Vermögensaufbau ausschlaggebend ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis der Aktie, die Rendite. Die Gewinne können deutlich höher ausfallen als bei klassischen Anlageprodukten. Allerdings ist die Vermögensbildung aufgrund von Kursschwankungen auch weniger planbar. Denn wer seine Aktien genau dann verkaufen will oder muss, wenn ihr Wert sehr niedrig ist, macht Verluste.

Anders als in den USA haben Aktien in Deutschland nicht den besten Ruf. Viele Menschen haben weder die Zeit noch das Know-how, um die zahlreichen Faktoren zu bewerten, die sich auf den Kurs einer Aktie auswirken können. Dass Aktien derzeit zu den wenigen Geldanlageprodukten zu gehören, mit denen sich noch Gewinne erzielen lassen, ist ihnen bewusst, sie scheuen jedoch das Risiko.

Anleger machen sich weniger abhängig von der Entwicklung eines Unternehmens, wenn sie ihre Investitionen breit streuen. Wer Aktien mehrerer Unternehmen hält, kann es eher verschmerzen, wenn eines davon Verluste einfährt. Zudem gibt es mit Fonds eine Alternative zu Einzelaktien. Ein Fonds enthält viele Einzelaktien, an denen der Anleger nur Teile erwirbt. Das Risiko viel zu verlieren, weil man alles auf ein Unternehmen gesetzt hat, reduziert sich damit deutlich. Was ist bei einer Geldanlage in Fonds zu beachten?

Aktiv gemanagte Fonds oder ETFs?

Fondsmanager überwachen und steuern die Zusammensetzung des Fonds mit dem Ziel, eine nachhaltige Wertsteigerung zu erreichen. Aufgrund dessen sind die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds vergleichsweise hoch. Viele Banken und Online-Broker bieten jedoch eine kostenlose Depotführung, Rabatte auf den Ausgabeaufschlag und weitere kostensenkende Preismodelle an, um eine Geldanlage in Wertpapiere attraktiver zu machen. Wer nach einem Fonds mit einer bestimmten Ausrichtung sucht und am Börsengeschehen interessiert ist, für den können aktiv gemanagte Fonds eine gute Wahl sein.

Bei ETFs handelt es sich hingegen um sogenannte Indexfonds. Sie werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden einen Index nach, zum Beispiel den DAX. ETFs werden von Algorithmen gesteuert, weswegen sie günstiger sind als aktiv gemanagte Fonds. Sie sind daher vor allem für Anleger geeignet, die in Aktien investieren möchten, aber nicht die Zeit haben, sich intensiv mit dem Börsengeschehen zu beschäftigen.

Welche Fondsart?

Das Verlustrisiko lässt sich durch eine kluge Fondsauswahl verringern. Wichtig ist vor allem, dass der Fonds möglichst breit aufgestellt ist. Für unerfahrene Anleger bieten sich vor allem internationale, nicht auf eine bestimmte Branche ausgerichtete Fonds an. Spartenfonds wie Nebenwerte oder aufstrebende Märkte sollten dem Portfolio höchstens beigemischt werden. Solche Fonds gelten als sehr volatil, was bedeutet, dass sie sprunghafte Kursschwankungen verzeichnen.

Einmalanlage oder Sparplan?

Börsenneulinge wissen oft nicht so recht, wann sie einsteigen sollen: Wenn der Kurs steigt oder wenn er sinkt? Einmalig eine größere Summe in Fonds zu investieren, birgt auch immer das Risiko, viel zu verlieren, weil der Kurs plötzlich fällt. Dieses Risiko lässt sich mit einem Sparplan umgehen. In einem bestimmten Turnus – zum Beispiel monatlich oder vierteljährlich – kauft der Anleger Fondsanteile. Selbst wenn der Fondswert sinkt, ergeben sich aus einem Sparplan noch Vorteile. Der Anleger erhält in diesem Fall nämlich mehr Anteile, schließlich ist der Fonds „billiger“ geworden.

Fondssparpläne eignen sich daher auch für weniger risikofreudige Anleger, die bisher auf den Vermögensaufbau mit Lebensversicherung und Ähnlichem gesetzt haben.

Fazit: Lohnen sich Aktien für den Vermögensaufbau?

Wer langfristig investieren möchte, sollte eine Investition in Fonds erwägen. Ein breites Portfolio, eine langfristige Planung und Sparpläne verringern die Gefahr von Verlusten. Einzelaktien sollten höchstens einen kleinen Teil des Depots ausmachen. Sie eignen sich nur für Anleger, die sich regelmäßig mit dem Wirtschaftsgeschehen beschäftigen und kurzfristige Verluste verkraften können.