Die geplanten Änderungen der Straßenverkehrsordnung stoßen auf Kritik. Experten und Verkehrspolitiker zweifeln insbesondere an der Praktikabilität der neu vorgesehenen Regel, dass Autos mit drei Insassen in Städten auf Busspuren fahren dürfen, berichtet die „Bild“ (Freitagsausgabe). „Die Vorschläge zur Nutzung von Busspuren für Pkws mit drei und mehr Insassen sind lebensfremd. Das lehnen wir ab“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, der Zeitung. Straßenverkehr, über dts Nachrichtenagentur

Auf den Busspuren sei „kein Platz für zusätzliche Pkws“. Auch Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, kritisierte die vorgesehene Freigabe der Busspur für Auto-Fahrgemeinschaften. „Die Unfallgefahr für Radfahrer und auch Nutzer von E-Scootern wird steigen. Durch die Änderung werden mehr Pkw die Busspur nutzen, obwohl sie es nicht dürfen“, sagte Brockmann der „Bild“. Verantwortlich dafür seien sogenannte Nachzieheffekte. „Ein Autofahrer beobachtet, dass ein anderer die Busspur nimmt und weicht dann zum Beispiel im Stau selber auf sie aus.“ Um das zu vermeiden, müsste man auch die Strafen für die widerrechtliche Nutzung deutlich erhöhen und den Missbrauch auch ahnden, sagte Brockmann weiter. Der FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung prophezeite in der Zeitung „chaotische Zustände auf den Busspuren“. Busse auf E-Scooter losfahren zu lassen, sei keine gute Idee. Die geplanten Strafen für Gaffer, die Rettungsgassen blockieren, hält Jung hingegen sogar noch für zu niedrig.