„Gesicht zeigen, Haltung zeigen“ | Ex-Minister Spaenle präsentiert seine Strategie gegen Antisemitismus in Augsburg

Erst letzte Woche sorgten die »Augsburger Friedensgespräche« mit Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm für einen vollen Goldenen Saal. Diese Woche lädt das Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg nun mit seinem Kooperationsnetzwerk Volkshochschule, Evangelisches Forum Annahof und Jüdisches Museum Augsburg zu einer weiteren Veranstaltung im Format »DenkRaum« in den Jazz Club in der ein Philippine-Welser-Straße 11 ein. Das Thema lautet diesmal: »Gesicht zeigen, Haltung zeigen – Antisemitismus begegnen«.20_01_13_Spaenle "Gesicht zeigen, Haltung zeigen" | Ex-Minister Spaenle präsentiert seine Strategie gegen Antisemitismus in Augsburg Augsburg Stadt News Politik Antisemitismus Augsburg DenkRaum Dr. Ludwig Spaenle | Presse Augsburg

»Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 41% der Bevölkerung latent antisemitisch sind. Das ist erschreckend – aber ist es tatsächlich neu? Manche bezeichnen die jährlichen Feiern zum Gedenken an die Opfer des Holocaust mittlerweile als „Gedächtnistheater“ und das Abspulen von Betroffenheit nach antisemitischen Anschlägen als unwirksame Geste. Konsequentes Eintreten gegen Antisemitismus ist von allen und in jeder Situation gefragt. Dazu müssen wir ihn in allen Nuancen erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen«. erklärt Christiane Lembert-Dobler, Leiterin des Friedensbüros.

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle erfolgte der fast schon ritualisierte Aufschrei der Politiker*innen, die beschwören, dass wir in Deutschland keinen Antisemitismus dulden dürfen. Dabei hat sich schon lange eine Radikalisierung in unserer Gesellschaft abgezeichnet, die zunehmend antijüdische Ressentiments offenlegt. Und schlimmer noch: Diese werden von vielen akzeptiert, sind salonfähig. Doch wie werden Entsetzen und Betroffenheit über antisemitische Taten und Solidarität mit jüdischen Menschen nicht nur mit Worten und symbolischen Gedenkfeiern zum Ausdruck gebracht? Welche Handlungsstrategien müssen der Staat auf der einen und die Zivilgesellschaft auf der anderen Seite entwickeln? Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, wird im DenkRaum sein Modell vorstellen und diskutieren.

DenkRaum: »Gesicht zeigen, Haltung zeigen« – Antisemitismus begegnen. Die Strategie des Antisemitismusbeauftragten Dr. Ludwig Spaenle

  • Mit: Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister a.D.
    Beauftragter der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen
    Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe
  • Moderation: Dr. Barbara Staudinger, Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben
  • Datum und Ort: Donnerstag, 16. Januar 2020 um 19:00 Uhr im Jazz-Club Augsburg, Philippine-Welser-Straße 11, Augsburg
  • Tickets: 7€/ 5€ erm., – online erhältlich unter www.reservix.de, bei der Bürger- und
    Tourist-Info am Rathausplatz, dem AZ-Kartenservice, sowie bei allen Vorverkaufsstellen mit Reservixsystem. Restkarten ab 18:30 an der Abendkasse.
  • Weitere Infos: www.friedensstadt-augsburg.de

Der »DenkRaum« ist ein Kooperations-Format des Friedensbüros der Stadt Augsburg, der Volkshochschule, dem Evangelischen Forum Annahof und dem Jüdischen Museum Augsburg. Die partizipative Redereihe bietet die Möglichkeit, aktuelle gesellschaftspolitische Themen mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. Der DenkRaum ist als flexibles Format gedacht, das in lockerer Atmosphäre zu Austausch und Auseinandersetzung anregen möchte, und das je nach Thema und Gast anders gestaltet sein kann – zum Beispiel als Vortrag, Lesung oder Workshop. Den erfolgreichen Auftakt machte im März 2019 ein Abend zum Thema Hannah Arendt und die Menschenrechte, bei dem sich im restlos ausverkauften Jazz-Club viele anregende Gespräche entwickelten. Es folgte ein Gespräch mit der Journalistin Mešale Tolu und eine Lesung mit der Autorin und Journalistin Sophie Passmann.